Gebrauchte E-Autos so günstig wie nie – was steckt dahinter?
31.3.2026, Bild: Pixabay
Elektroautos haben auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit ein echtes Problem – zumindest, wenn man auf den Wiederverkaufswert schaut. Denn laut einer Analyse von Carvago verlieren Stromer innerhalb von drei Jahren teilweise bis zu 70 Prozent ihres Neupreises.
Damit ist der Wertverlust im Schnitt etwa doppelt so hoch wie bei vergleichbaren Verbrennern. Zum Vergleich: Benziner und Diesel kommen im selben Zeitraum meist auf rund 30 bis 50 Prozent Minus. Besonders deutlich wird der Unterschied beim direkten Modellvergleich innerhalb einer Marke. In allen untersuchten Fällen schnitten die Elektroversionen schlechter ab als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor.
Große Unterschiede je nach Modell
Wie stark der Preisverfall ausfällt, hängt stark vom jeweiligen Modell ab. Während einige Fahrzeuge „nur“ rund die Hälfte ihres Werts verlieren, gibt es auch extreme Beispiele.
So kommt etwa ein Mercedes EQE laut Analyse auf rund 70 Prozent Wertverlust nach drei Jahren, während die vergleichbare E-Klasse mit Verbrenner deutlich stabiler bleibt. Auch beim Hyundai Kona zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Elektroversion verliert etwa doppelt so viel Wert wie der Benziner (Quelle: Autohaus.de).
Technik-Sprünge als Preiskiller
Ein zentraler Grund für diese Entwicklung liegt im rasanten technischen Fortschritt bei Elektroautos. Neue Modelle bieten oft deutlich bessere Reichweiten, schnellere Ladezeiten und moderne Software. Ältere Fahrzeuge wirken dadurch schnell überholt. Carvago erklärt dazu: „Die dynamische technische Entwicklung bei Elektrofahrzeugen führt dazu, dass ältere E-Autos […] schneller an technischer Attraktivität verlieren.“
Unsicherheit bei Käufern bremst Nachfrage
Hinzu kommt eine gewisse Zurückhaltung auf der Käuferseite. Viele Interessenten sind unsicher, wenn es um den Zustand der Batterie, die tatsächliche Reichweite im Alltag oder die Ladeinfrastruktur geht. Diese Skepsis drückt zusätzlich auf die Preise gebrauchter E-Autos.
Gleichzeitig sorgt ein wachsendes Angebot – etwa durch auslaufende Leasingverträge – für zusätzlichen Preisdruck. Mehr Fahrzeuge auf dem Markt treffen auf eine noch zögerliche Nachfrage.
Neue Dynamik durch steigende Spritpreise?
Spannend wird, wie sich der Markt in den kommenden Monaten entwickelt – denn äußere Faktoren könnten die Karten gerade neu mischen. Die angespannte Lage im Nahen Osten sorgt bereits jetzt für steigende Ölpreise, was sich direkt an den Zapfsäulen bemerkbar macht. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürften die Betriebskosten für klassische Verbrenner spürbar steigen.
Das könnte ein Umdenken auslösen: Während bislang vor allem Anschaffungspreis und Wertverlust gegen Elektroautos gesprochen haben, rücken nun die laufenden Kosten stärker in den Fokus. Strom bleibt – trotz Schwankungen – in vielen Fällen günstiger als Benzin oder Diesel. Für viele Käufer könnte ein gebrauchtes E-Auto plötzlich deutlich attraktiver werden.
Ob sich dieser Effekt nachhaltig durchsetzt, hängt stark von der weiteren geopolitischen Entwicklung und den Energiepreisen ab. Klar ist aber: Die Rahmenbedingungen ändern sich gerade – und damit auch die Spielregeln auf dem Automarkt.







