Gebrauchtwagen-Export: Deutschlands unsichtbarer Automarkt
26.3.2026, Bild: © Gebrauchtwagenberater.de
Jahr für Jahr verschwinden Millionen Autos von deutschen Straßen. Tatsächlich beginnt für viele von ihnen ein zweites Leben – oft weit entfernt von Deutschland.
Dem Ifo-Institut zufolge werden jedes Jahr rund 2,5 bis 2,7 Millionen Pkw endgültig stillgelegt. Auf dem Schrottplatz landet davon aber nur ein kleiner Teil. Noch vor wenigen Jahren wurden etwa 450.000 Autos jährlich verschrottet, inzwischen sind es deutlich weniger. Laut Umweltbundesamt waren es 2023 nur noch rund 250.000 Fahrzeuge. Der Großteil verschwindet also nicht im Recycling, sondern taucht an anderer Stelle wieder auf.
Warum alte Autos im Ausland gefragt sind
Viele dieser Fahrzeuge landen nicht auf dem Schrott, sondern im Ausland – Deutschland gehört dabei zu den größten Exporteuren von Gebrauchtwagen weltweit. Allein 2023 gingen rund 2,3 Millionen Autos über die Grenze. Für viele Modelle, die hier kaum noch jemand kaufen will, eröffnet sich so ein zweiter Markt. Besonders gefragt sind sie in Ländern wie Italien, Spanien oder Osteuropa.
Gilt der Wagen in Deutschland als nahezu unverkäuflich, etwa wegen einem Motorschaden oder sehr hoher Laufleistung, geht es oft ins EU-Ausland oder nach Afrika. Denn was hierzulande als wirtschaftlicher Totalschaden gilt, kann anderswo mit überschaubarem Aufwand wieder auf die Straße gebracht werden. Zudem ist die Nachfrage nach günstiger Mobilität in vielen dieser Regionen hoch, und deutsche Autos genießen weiterhin den Ruf, besonders langlebig zu sein. Das zeigt sich auch beim Preis: Während Gebrauchtwagen innerhalb der EU oft noch mehrere zehntausend Euro kosten, bringen Fahrzeuge für den Export nach Afrika meist nur ein paar tausend Euro.
Für Deutschland bedeutet das: Der heimische Fahrzeugbestand wird modernisiert, während ältere Modelle anderenorts weiter genutzt werden. Allerdings: Wenn alte, emissionsstarke Fahrzeuge im Ausland weiterfahren, werden Umweltprobleme faktisch „exportiert“. Das Info Institut spricht hier von einer Verlagerung von CO2-Emissionen in Länder mit weniger strengen Umweltstandards.







