E-Auto-Prämie: Warum Gebrauchte gefördert werden sollten
9.10.2026, Foto: andreas160578/Pixabay
Wer 2026 ein neues Elektroauto kauft, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen staatlichen Zuschuss erhalten. Gebrauchte Stromer sind ausgeschlossen. Dagegen wächst nun der Widerstand.
Die neue E-Auto-Förderung ist angelaufen, gebrauchte Fahrzeuge bleiben bislang jedoch außen vor. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe unterstützt deshalb einen Vorstoß aus Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen. Die staatliche Kaufprämie soll nach dem Willen der Beteiligten auch auf gebrauchte Elektroautos ausgeweitet werden.
Hinter der Forderung steht nicht nur der Wunsch nach günstigeren Elektroautos. Der Verband warnt auch davor, dass eine reine Neuwagenförderung die Preise gebrauchter Stromer zusätzlich unter Druck setzen könnte.
Aktuelle Förderung gilt nur für Neuwagen
Privatpersonen können für förderfähige neue Elektroautos derzeit einen Zuschuss zwischen 1.500 und 6.000 Euro erhalten. Die genaue Summe hängt unter anderem von der Antriebsart, dem Einkommen und der Zahl der Kinder im Haushalt ab. Gefördert werden Kauf und Leasing von Neufahrzeugen.
Die Regelung gilt rückwirkend für grundsätzlich förderfähige Fahrzeuge, die seit dem 1. Januar 2026 erstmals zugelassen wurden. Das Antragsverfahren ist seit dem 19. Mai 2026 geöffnet. Gebrauchte Elektroautos gehören dagegen nicht zum Förderprogramm.
Für das Förderprogramm stehen insgesamt rund drei Milliarden Euro zur Verfügung. Nach Angaben der Bundesregierung soll das rechnerisch für etwa 800.000 Fahrzeuge bis 2029 reichen.
Junge gebrauchte E-Autos sollen erschwinglicher werden
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe sieht gerade in jungen gebrauchten Elektroautos eine Möglichkeit, mehr Menschen den Einstieg in die Elektromobilität zu ermöglichen. Solche Fahrzeuge seien kurzfristig verfügbar, für viele Käufer aber weiterhin zu teuer. Eine Förderung könnte nach Auffassung des Verbands besonders Haushalte mit begrenztem Budget erreichen.
Der Verband hatte bereits 2024 ein eigenes Fördermodell vorgestellt. Damals schlug er zunächst 3.250 Euro für gebrauchte Elektroautos bis zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro vor. Dieses ältere Modell ist jedoch kein Bestandteil der derzeit geltenden Bundesförderung.
Wie eine mögliche Förderung gebrauchter E-Autos heute konkret ausgestaltet würde, ist offen. Eine verbindliche Fördersumme oder ein Starttermin wurde mit der aktuellen Forderung nicht genannt.
Verband warnt vor zusätzlichem Druck auf Restwerte
Eine Förderung, die ausschließlich Neuwagen berücksichtigt, kann deren Preisabstand zu jungen Gebrauchten vergrößern. Der ZDK befürchtet deshalb zusätzlichen Druck auf die Gebrauchtwagenpreise. Stabile Restwerte seien insbesondere für Autohäuser und Leasinggesellschaften wirtschaftlich wichtig.
Für Käufer kann die aktuelle Situation dennoch interessant sein: Sinkende Preise machen gebrauchte Elektroautos zunächst günstiger. Schwache Restwerte erhöhen jedoch zugleich das finanzielle Risiko, wenn das Fahrzeug später wieder verkauft werden soll.
Noch keine Kaufprämie für gebrauchte Stromer beschlossen
Bislang handelt es sich um eine politische und verbandliche Forderung. Eine staatliche Förderung für gebrauchte Elektroautos wurde nicht beschlossen. Der ADAC verweist darauf, dass das Bundesumweltministerium frühestens 2027 prüfen will, ob auch gebrauchte E-Autos berücksichtigt werden können.
Quellen: BAFA, ADAC, ZDK, AUTOHAUS







