Gebrauchtwagen werden günstiger: Händlerbestände steigen
23.10.2026, Foto: © Gebrauchtwagenberater.de
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt wächst das Angebot, doch die Verkäufe gehen zurück. Das drückt die Preise. Gebrauchte Elektroautos entwickeln sich allerdings gegen den Trend.
Der deutsche Gebrauchtwagenmarkt kommt nicht richtig in Schwung. Im dritten Quartal 2026 wechselten vier Prozent weniger Gebrauchtwagen den Besitzer als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig lagen die Bestände professioneller Händler vier Prozent höher. Das Angebot wächst also, während die Zahl der Verkäufe zurückgeht.
Die schwächere Marktlage macht sich bei den Angebotspreisen bemerkbar. Im September kostete ein bei AutoScout24 inserierter Gebrauchtwagen durchschnittlich 26.879 Euro. Das waren rund 1.100 Euro beziehungsweise vier Prozent weniger als beim bisherigen Jahreshöchststand im Februar.
Autos stehen wieder länger beim Händler
Seit Mai nimmt auch die durchschnittliche Inseratsdauer wieder zu. Im September waren Gebrauchtwagen durchschnittlich 56 Tage auf AutoScout24 angeboten. Im Vergleich zum September 2025 waren es allerdings noch zwei Tage weniger.
Für Käufer bedeutet die Kombination aus größeren Beständen, längeren Standzeiten und rückläufigen Preisen zunächst mehr Auswahl. Sie kann außerdem den Verhandlungsspielraum verbessern. Wie viel tatsächlich möglich ist, hängt jedoch stark von Modell, Alter, Laufleistung und regionalem Angebot ab.
Benziner und Diesel verlieren deutlich
Hinter den rückläufigen Besitzumschreibungen stehen vor allem Autos mit klassischen Verbrennungsmotoren. Im September wechselten acht Prozent weniger gebrauchte Benziner den Besitzer als ein Jahr zuvor. Bei Dieselfahrzeugen betrug das Minus 11,1 Prozent.
Diese Rückgänge fallen stark ins Gewicht, denn Benziner und Diesel stehen zusammen noch immer für rund 81 Prozent aller Besitzumschreibungen. Die positiven Zahlen bei elektrifizierten Fahrzeugen reichen deshalb noch nicht aus, um das Minus der Verbrenner auszugleichen.
Gebrauchte Elektroautos legen kräftig zu
Ganz anders entwickelt sich der Handel mit gebrauchten Elektroautos. Im September wurden 36,1 Prozent mehr reine Stromer umgeschrieben als im Vorjahresmonat. Plug-in-Hybride kamen auf ein Plus von 10,6 Prozent, andere Hybridfahrzeuge legten um 12,8 Prozent zu.
Auch die Daten von AutoScout24 zeigen ein deutlich gestiegenes Interesse an gebrauchten E-Autos. Das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot lag im dritten Quartal 107 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Benzinern und Dieseln ging die Nachfrage im Verhältnis zum jeweiligen Angebot dagegen zurück.
Das starke Interesse an Elektroautos hat sich im Vergleich zum Frühjahr allerdings bereits wieder etwas abgeschwächt. Von einem durchgehend beschleunigten Boom kann deshalb nicht gesprochen werden.
Verbrenner bleiben vorerst dominant
Obwohl Elektroautos hohe prozentuale Wachstumsraten erreichen, bleibt ihr Anteil am gesamten Gebrauchtwagenmarkt deutlich kleiner als der von Benzinern und Dieseln. Hohe Zuwächse entstehen auch deshalb, weil sie von einer niedrigeren Ausgangsbasis kommen.
Der aktuelle Marktreport zeigt dennoch eine klare Verschiebung: Während klassische Verbrenner weniger gefragt sind, gewinnen elektrifizierte Gebrauchtwagen an Bedeutung. Gleichzeitig sorgt das insgesamt größere Angebot für sinkende Durchschnittspreise.
Für Käufer ist das grundsätzlich eine interessante Ausgangslage. Ein niedrigerer Angebotspreis sollte jedoch nicht über technische Mängel, Wartungsstau oder eine ungünstige Fahrzeughistorie hinwegtäuschen. Bei gebrauchten Elektroautos gehört zusätzlich der Zustand der Hochvoltbatterie auf die Prüfliste.
Quellen: AutoScout24, AUTOHAUS







