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Volvo meldet Milliardenverlust und streicht 2.500 Stellen

23.10.2026, Foto: Daniel Andraski/Pexels

Bei Volvo Cars läuft es deutlich schlechter als geplant. Umsatz und Absatz gehen zurück, der Autobauer schreibt Milliardenverluste. Nun wird der Sparkurs noch einmal verschärft.

Bei Volvo Cars stehen die Zeichen auf Sparen. Der schwedische Autobauer hat im dritten Quartal 2026 einen operativen Verlust von 5,6 Milliarden schwedischen Kronen verbucht. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von 6,4 Milliarden Kronen erzielt.

Auch bereinigt blieb das Ergebnis tiefrot. Ohne Beteiligungsergebnisse und Sondereffekte lag der operative Verlust bei 3,7 Milliarden Kronen. Die entsprechende operative Marge betrug minus 5,6 Prozent.

Als Reaktion will Volvo Cars seine Kosten nochmals deutlich senken. Weltweit sollen rund 2.500 Stellen wegfallen. Zusätzlich plant das Unternehmen Einsparungen von weiteren fünf Milliarden schwedischen Kronen.

Umsatz sinkt um fast ein Viertel

Zwischen Juli und September erwirtschaftete Volvo Cars einen Umsatz von 66,9 Milliarden Kronen. Ein Jahr zuvor waren es noch 86,4 Milliarden Kronen. Das entspricht rechnerisch einem Rückgang von rund 23 Prozent.

Auch beim Fahrzeugabsatz ging es bergab. Im dritten Quartal verkaufte der Hersteller weltweit 141.609 Autos und damit 10,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders schwierig entwickelte sich das Geschäft in China und den USA.

In China sanken die Auslieferungen um 40,6 Prozent auf 20.284 Fahrzeuge. Der Umsatz in der Region ging laut Volvo Cars gegenüber dem Vorjahr um fast die Hälfte zurück. Alteingesessene Premiummarken stehen dort unter hohem Druck durch chinesische Wettbewerber und einen intensiven Preiskampf.

Zölle belasten US-Geschäft

Auch in den USA läuft es nicht rund. Dort gingen die Verkäufe in der Region Americas um 14 Prozent auf 30.777 Fahrzeuge zurück. Der Hersteller nennt unter anderem eine schwächere Nachfrage und stärkeren Wettbewerb im SUV-Segment als Belastungen.

Zusätzlich drücken US-Zölle sowie weggefallene Kaufanreize für Elektroautos und Plug-in-Hybride auf das Ergebnis. Hinzu kommen negative Rohstoffeffekte und eine Neubewertung amerikanischer Emissionsgutschriften, die das Quartal mit 1,1 Milliarden Kronen belastete. Die anteilige Berücksichtigung der Verluste von Polestar schlug mit weiteren 0,9 Milliarden Kronen zu Buche.

Rund 2.500 Stellen sollen wegfallen

Mit einem weiteren Sparpaket versucht Volvo Cars nun gegenzusteuern. Rund 2.500 Arbeitsplätze sollen weltweit abgebaut werden. Etwa 2.000 davon entfallen nach den veröffentlichten Angaben auf Schweden, die übrigen rund 500 auf andere Länder.

Geplant ist unter anderem, Beratungsverträge auslaufen zu lassen, frei werdende Stellen teilweise nicht neu zu besetzen und ausgewählten Beschäftigten Abfindungsangebote zu machen. Die zusätzlichen Maßnahmen sollen die indirekten und variablen Kosten um fünf Milliarden Kronen senken. Ihre volle finanzielle Wirkung erwartet das Unternehmen bis Ende 2027.

Aktie bricht nach Quartalszahlen ein

An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an. Die Aktie von Volvo Cars verlor nach der Veröffentlichung zeitweise mehr als 30 Prozent. Im weiteren Handelsverlauf verringerte sich das Minus wieder etwas.

Trotz der tiefroten Geschäftszahlen gibt es einen positiven Punkt. Reine Elektroautos machten im dritten Quartal weltweit 32 Prozent der Volvo-Verkäufe aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 22 Prozent. Zusammen erreichten Elektroautos und Plug-in-Hybride einen Anteil von 53 Prozent.

Besonders stark entwickelte sich das Elektrogeschäft in Europa. Dort stieg der Absatz rein elektrischer Volvo-Modelle um 51 Prozent. Elektroautos erreichten in der Region einen Anteil von 45 Prozent an den Verkäufen. Insgesamt legten die europäischen Auslieferungen leicht um zwei Prozent auf 90.548 Fahrzeuge zu.

Die Probleme des Herstellers lassen sich damit nicht allein auf die Elektromobilität zurückführen. Während das Elektrogeschäft in Europa wächst, setzen Volvo Cars vor allem der Preiskampf in China und die schwierigen Rahmenbedingungen in den USA zu.

Elektrostrategie bereits 2024 angepasst

Bereits 2024 hatte Volvo Cars sein früheres Ziel aufgegeben, ab 2030 weltweit ausschließlich vollelektrische Autos zu verkaufen. Stattdessen stellte der Hersteller eine flexiblere Strategie vor, bei der neben reinen Elektroautos weiterhin Plug-in-Hybride eine wichtige Rolle spielen.

Diese Entscheidung ist nicht Teil des aktuellen Sparprogramms und wurde nicht als unmittelbare Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen getroffen. Die aktuelle Absatzentwicklung zeigt allerdings, dass elektrifizierte Modelle für Volvo Cars weiterhin eine zentrale Bedeutung haben.

Ein Führungswechsel steht ebenfalls bereits fest: Klaus Zellmer soll spätestens zum 1. Oktober 2027 die Nachfolge von Håkan Samuelsson als Vorstandschef antreten.

Quellen: Volvo Cars, Handelsblatt

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