E-Auto-Fahrer zufriedener doch Software bleibt ein Problem
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Warnsignale, Apps und Laden: Das stört E-Auto-Fahrer

23.10.2026, Foto: Vladimir Srajber/Pexels

Elektroautos werden besser, die Ansprüche steigen allerdings mit. Eine aktuelle Befragung zeigt große Unterschiede bei Software, Apps und Warntönen. Auch beim Laden läuft noch längst nicht alles rund.

Elektroautos kommen bei ihren Fahrern immer besser an. In der USCALE EV Satisfaction Study 2026 stieg die Bereitschaft, das eigene Fahrzeug weiterzuempfehlen, das dritte Jahr in Folge. Der sogenannte Net Promoter Score kletterte von 33 auf 38 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der Zeitreihe.

Ganz sorgenfrei ist der elektrische Autoalltag trotzdem nicht. Besonders häufig kritisieren die Befragten die Software im Fahrzeug, Probleme mit den zugehörigen Smartphone-Apps und den Ladevorgang. Neu auf der Ärgerliste stehen zudem die vielen Warn- und Hinweistöne moderner Autos.

Für die Studie wurden im Juni und Juli 2026 insgesamt 4.004 Fahrerinnen und Fahrer batterieelektrischer Autos in Deutschland, Österreich und der Schweiz online befragt.

Software bleibt die größte Baustelle

Bei der Frage, wo die Autohersteller nachbessern sollten, landet die Softwarequalität auf dem ersten Platz. 44 Prozent der Befragten sehen hier Verbesserungsbedarf. Knapp dahinter folgt die Ladeleistung mit 42 Prozent. Die Connect-App nennen 39 Prozent, die Routenplanung 35 Prozent und die Reichweite 34 Prozent.

Während sich Reichweite, Verbrauch und Ladeleistung gegenüber dem Vorjahr verbessert haben, wird die Softwarequalität sogar häufiger kritisiert als 2025. Technische Fortschritte beim Antrieb lösen damit längst nicht alle Probleme. Schließlich gehören auch eine zuverlässige Bedienung und fehlerfreie digitale Funktionen zum täglichen Umgang mit einem modernen Elektroauto.

Große Unterschiede bei den Smartphone-Apps

Fast die Hälfte der Befragten (konkret 48 Prozent) berichtet von Problemen mit der Connect-App des eigenen Fahrzeugs. Im Vorjahr waren es 50 Prozent. Die Entwicklung geht damit zwar leicht in die richtige Richtung, von einem reibungslosen Nutzererlebnis kann aber noch keine Rede sein.

Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Marken. Bei Tesla melden lediglich acht Prozent Probleme mit der App. Bei Opel sind es dagegen 92 Prozent.

Warntöne gehen vielen Fahrern auf die Nerven

Auch die Geräuschkulisse im Auto sorgt für Unmut. Die Hälfte der Befragten fühlt sich durch Warn- und Hinweistöne gestört. Allein die akustischen Meldungen der Fahrerassistenzsysteme empfinden 30 Prozent als lästig.

Wie stark die Warntöne stören, unterscheidet sich je nach Marke erheblich. Bei Mini fühlen sich 29 Prozent davon genervt. Bei Kia und Hyundai sind es jeweils rund 80 Prozent. Nach Einschätzung von USCALE deutet diese große Spannweite darauf hin, dass die Ausgestaltung der Signale stark von den jeweiligen Herstellern abhängt.

Ganz abschalten lassen sich vorgeschriebene Warnfunktionen nicht immer dauerhaft. Eine dezentere akustische Gestaltung könnte aber offenbar dazu beitragen, dass Fahrer die Systeme weniger häufig als störend wahrnehmen.

Laden bleibt das größte Alltagsproblem

Trotz höherer Reichweiten und Ladeleistungen bleibt das Laden die größte Baustelle. 71 Prozent der Befragten berichten von mindestens einem Problem beim Laden. Im Vorjahr waren es 73 Prozent. Besonders häufig scheitert der Start des Ladevorgangs oder die tatsächliche Ladegeschwindigkeit bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Auch die Suche nach einer passenden Ladesäule über das Navigationssystem überzeugt viele nicht. Nur 43 Prozent halten das jeweilige Konzept ihres Fahrzeugs für gut umgesetzt, während 56 Prozent Verbesserungsbedarf sehen.

Dabei hat sich die Technik der Fahrzeuge durchaus weiterentwickelt. 77 Prozent der untersuchten Elektroautos können mit mindestens 150 kW Gleichstrom laden. Im Vorjahr waren es 75 Prozent. Gleichzeitig steigen jedoch die Erwartungen: Nur noch 58 Prozent bewerten eine Ladeleistung von 150 kW als gut oder sehr gut, sieben Prozentpunkte weniger als 2025.

Mehr E-Autos schaffen über 400 Kilometer

Auch bei der Reichweite zeigt sich ein ähnliches Bild. 59 Prozent der Fahrzeughalter berichten von einer realen Sommerreichweite von mehr als 400 Kilometern. Im vergangenen Jahr waren es 50 Prozent.

Was vor wenigen Jahren noch als sehr guter Wert galt, wird inzwischen allerdings selbstverständlicher. 75 Prozent bewerten 400 Kilometer als gut oder sehr gut. Nur 15 Prozent halten diesen Wert noch für sehr gut. Im Jahr 2023 war dieser Anteil laut USCALE noch doppelt so hoch.

Die Fahrzeuge werden also objektiv leistungsfähiger. Gleichzeitig verschiebt sich der Maßstab, an dem Besitzer Reichweite und Ladeleistung messen.

XPENG führt bei der Weiterempfehlung

Im Markenvergleich erreicht XPENG die höchste Weiterempfehlungsbereitschaft. Dahinter folgen Tesla, Skoda und Porsche. Tesla verbessert sich damit vom sechsten Platz im Vorjahr auf Rang zwei.

Am unteren Ende des Rankings stehen MG, Fiat und Opel. Die chinesischen Hersteller liefern dabei kein einheitliches Bild: Während XPENG führt, landen BYD und Leapmotor im Mittelfeld. Smart und MG befinden sich dagegen auf den hinteren Plätzen.

Die Mehrheit würde ihr E-Auto weiterempfehlen

Über alle berücksichtigten Marken hinweg würden 53 Prozent der Befragten ihr Fahrzeug aktiv weiterempfehlen. 15 Prozent raten davon ab, die übrigen 32 Prozent verhalten sich neutral.

Die Studie zeichnet damit kein grundsätzlich negatives Bild der Elektromobilität. Im Gegenteil: Die Gesamtzufriedenheit steigt. Schlechte Software, unzuverlässige Apps, aufdringliche Warntöne und Probleme beim Laden verhindern aber weiterhin, dass der elektrische Auto-Alltag durchgehend reibungslos funktioniert.

Quelle: USCALE

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