Gebrauchtes E-Auto: Dieser Test zeigt, wie fit der Akku noch ist
9.10.2026, Foto: Wolfgang Eckert/Pixabay
Der Akku gehört zu den wichtigsten und teuersten Bauteilen eines Elektroautos. Ein Batteriezertifikat soll Käufern gebrauchter E-Autos zeigen, wie viel Kapazität tatsächlich noch vorhanden ist.
Kilometerstand, Wartungshistorie und äußerer Zustand lassen sich bei einem Gebrauchtwagen vergleichsweise leicht prüfen. Bei einem Elektroauto bleibt jedoch eine entscheidende Frage: Wie fit ist die Antriebsbatterie noch? Ein herstellerunabhängiger Batteriecheck soll genau darauf eine Antwort geben.
Der ADAC-Ratgeber zum Batteriecheck für Elektroautos beschreibt ein Prüfverfahren des österreichischen Anbieters Aviloo. Der Test ist für reine Elektroautos und Plug-in-Hybride erhältlich. Er soll den Gesundheitszustand des Akkus ermitteln und in einem Batteriezertifikat dokumentieren.
Batterie wird während normaler Fahrten geprüft
Beim ausführlichen Premium-Test wird eine Diagnosebox an die OBD-Schnittstelle des Autos angeschlossen. Anschließend muss die Batterie zunächst vollständig geladen und innerhalb von sieben Tagen auf weniger als zehn Prozent entladen werden. Zwischenladen ist währenddessen nicht vorgesehen. Die erforderliche Strecke kann auf mehrere Alltagsfahrten verteilt werden.
Während der Fahrt überträgt die Box die erfassten Fahrzeug- und Batteriedaten zur Auswertung in die Aviloo-Cloud. Sobald der Ladestand unter zehn Prozent fällt, ist die Messfahrt beendet. Laut ADAC wird das digitale Zertifikat anschließend per E-Mail bereitgestellt.
Das Ergebnis weist unter anderem die entnehmbare Energiemenge im Verhältnis zum Neuzustand aus. Außerdem enthält das Zertifikat Angaben zum Fahrzeug und zur durchgeführten Messfahrt. Damit soll sich besser einschätzen lassen, wie stark der Akku bereits gealtert ist.
Auch ein kürzerer Schnelltest ist möglich
Neben dem ausführlicheren Verfahren gibt es einen sogenannten Flash-Test. Dieser kann an teilnehmenden Prüfstellen durchgeführt werden und erfordert keine längere Entladefahrt. Ein regionales ADAC-Angebot in Frankfurt nennt für die Prüfung eine Dauer von etwa 20 Minuten und einen Preis von 79 Euro einschließlich digitalem Zertifikat. Preis und Verfügbarkeit können je nach Prüfstelle abweichen.
Der Premium-Test richtet sich dagegen auch an Privatpersonen, die den Check selbst durchführen möchten. Die dafür benötigte Box wird am Fahrzeug angeschlossen; die Auswertung erfolgt nach dem vorgegebenen Entladezyklus. Ob ein bestimmtes Elektroauto oder Plug-in-Hybridmodell unterstützt wird, sollte vor der Bestellung in der Fahrzeugliste des Anbieters geprüft werden.
Warum ein Batteriezertifikat beim Gebrauchtwagenkauf hilft
Die angezeigte Reichweite allein reicht für eine zuverlässige Zustandsbewertung nicht aus. Sie hängt unter anderem von Fahrweise, Temperatur, Strecke und eingeschalteten Verbrauchern ab. Der Batteriecheck verfolgt einen anderen Ansatz: Er wertet während eines festgelegten Ablaufs Fahrzeug- und Akkudaten aus und stellt das Ergebnis in einem Zertifikat zusammen.
Für Käufer liefert das einen zusätzlichen Anhaltspunkt, ob der Akku altersgerecht gealtert ist. Verkäufer können den dokumentierten Zustand wiederum nutzen, um Interessenten mehr Transparenz zu bieten. Der ADAC weist zudem darauf hin, dass sich mithilfe des Tests einschätzen lässt, ob möglicherweise ein Garantiefall vorliegen könnte. Ob tatsächlich ein Anspruch besteht, hängt allerdings von den Garantiebedingungen des jeweiligen Herstellers ab.
Quellen: ADAC, Aviloo







