Spritpreise bleiben hoch: Jetzt wird auch der Transport teurer
13.8.2026, Bild: Alexander Fox | PlaNet Fox/Pixabay
Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein kann Autofahrer an der Tankstelle zusätzlich belasten. Weil Tankschiffe bei sehr niedrigen Pegelständen weniger Kraftstoff transportieren können, steigen die Logistikkosten. Nach Einschätzung des ADAC ist das Niedrigwasser derzeit einer von mehreren Faktoren, die das ohnehin hohe Preisniveau bei Benzin und Diesel beeinflussen.
Benzin und Diesel bleiben teuer
Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Liter Super E10 am 12. August 2026 laut ADAC 2,125 Euro. Für einen Liter Diesel wurden durchschnittlich 2,200 Euro fällig. Gegenüber der Vorwoche waren die Preise damit zwar geringfügig gesunken, Super E10 um 0,3 Cent und Diesel um 0,4 Cent. Aus Sicht des Automobilclubs bleibt Kraftstoff dennoch zu teuer.
Zusätzlicher Druck könnte vom Rohölmarkt kommen. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete zum Zeitpunkt der ADAC-Auswertung rund 89 US-Dollar und damit etwa zehn US-Dollar mehr als eine Woche zuvor. In den durchschnittlichen Wochenpreisen an den Tankstellen hatte sich dieser Anstieg laut ADAC zunächst noch nicht vollständig widergespiegelt. Seit dem Wochenende seien die Kraftstoffpreise jedoch wieder merklich gestiegen.
Warum niedrige Rheinpegel den Transport verteuern
Der Rhein spielt eine wichtige Rolle beim Transport von Öl und Kraftstoffen. Sinkt der Wasserstand stark, können Tankschiffe nicht mehr mit ihrer üblichen Ladung fahren. Dadurch müssen für dieselbe Kraftstoffmenge mehr Fahrten oder andere Transportwege eingeplant werden, was die Logistik verteuert. Der ADAC nennt die aktuelle Dürre deshalb als zusätzlichen Preistreiber.
Die Kraftstoffversorgung Deutschlands hängt allerdings nicht allein von der Binnenschifffahrt ab. Benzin und Diesel gelangen nach Angaben des ADAC auch über Seehäfen, Pipelines, die Eisenbahn und den Straßenverkehr zu den Verbrauchern. Das Niedrigwasser ist daher nicht die alleinige Ursache für die hohen Preise und kann sich regional unterschiedlich stark bemerkbar machen.
Diesel im Juli besonders stark gestiegen
Wie deutlich sich die Kraftstoffpreise zuletzt verändert haben, zeigt der Blick auf den Juli. Ein Liter Diesel kostete am 5. Juli im Tagesmittel noch 1,946 Euro. Am 31. Juli waren es laut ADAC bereits 2,225 Euro. Das entspricht innerhalb des Monats einem Anstieg um 27,9 Cent. Auch Super E10 wurde im Juli deutlich teurer: Am günstigsten Tag des Monats, dem 1. Juli, lag der bundesweite Tagesdurchschnitt bei 2,016 Euro je Liter. Am 23. Juli erreichte der Preis mit 2,168 Euro seinen Monatshöchststand. Die Differenz betrug 15,2 Cent je Liter.
Im Monatsdurchschnitt kostete Super E10 im Juli 2,099 Euro. Damit lag der Wert nur einen Cent unter dem bisherigen monatlichen Höchststand vom April 2026. Diesel kostete im Juli durchschnittlich 2,097 Euro je Liter und blieb damit unter seinem April-Wert von 2,263 Euro. Nach Angaben des ADAC war April 2026 der bislang teuerste Tankmonat seit Beginn der Aufzeichnungen.
Fazit
Trotz eines minimalen Rückgangs gegenüber der Vorwoche bleiben Benzin und Diesel Mitte August 2026 teuer. Neben dem deutlich gestiegenen Rohölpreis können auch die niedrigen Pegelstände auf dem Rhein die Kosten erhöhen. Weil Tankschiffe weniger laden können, verteuert sich der Transport. Der ADAC betont jedoch, dass das Niedrigwasser nur einer von mehreren Einflussfaktoren ist und sich regional unterschiedlich auf die Spritpreise auswirken kann.
Quellen: ADAC







