Fahrzeugbericht bezahlt, Käufer weg: So läuft die Betrugsmasche
25.9.2026, Foto: Vitaly Gariev/Unsplash
Private Autoverkäufer geraten mit einer neuen Masche ins Visier von Betrügern. Ein angeblicher Interessent verlangt einen kostenpflichtigen Fahrzeugbericht. Nach der Zahlung herrscht Funkstille.
Wer sein Auto online verkauft, rechnet eher mit Preisverhandlungen als mit einer Zahlungsaufforderung. Genau darauf setzt ein Betrugsmuster, vor dem mobile.de warnt: Angebliche Kaufinteressenten verlangen von privaten Verkäufern einen Fahrzeughistorie-Bericht über eine unbekannte Internetseite.
Der Kontakt wirkt zunächst unauffällig. Der vermeintliche Käufer zeigt ernsthaftes Interesse am angebotenen Auto und bittet später um einen zusätzlichen Bericht zur Fahrzeughistorie. Dieser soll angeblich belegen, dass mit dem Wagen alles in Ordnung ist.
Verkäufer soll den Bericht selbst bezahlen
Verdächtig wird es bei der Wahl des Anbieters. Der Interessent akzeptiert keinen Bericht einer bekannten Prüforganisation oder eines etablierten Dienstleisters. Stattdessen schickt er einen Link zu einer unbekannten Webseite und fordert den Verkäufer auf, den Report dort selbst zu bestellen.
Die Kosten liegen laut mobile.de meist zwischen 20 und 50 Euro. Sobald der Verkäufer bezahlt und den Bericht übermittelt hat, bricht der angebliche Interessent den Kontakt ab. Ein Kauf des Fahrzeugs war nie geplant. Die Täter zielen damit nicht auf das Auto, sondern auf die Gebühr für den vermeintlichen Bericht.
Diese Warnzeichen sprechen für Betrug
Mehrere Punkte sollten Autoverkäufer misstrauisch machen:
- Der Interessent besteht auf einem ganz bestimmten, unbekannten Anbieter.
- Der Verkäufer soll den Bericht auf eigene Kosten bestellen.
- Bereits vorhandene Unterlagen oder Berichte bekannter Anbieter werden abgelehnt.
- Der Interessent erzeugt Zeitdruck und verlangt eine schnelle Bestellung.
- Die Kommunikation dreht sich plötzlich stärker um den Bericht als um das Auto.
Seriöse Kaufinteressenten bestehen laut mobile.de nicht auf einem kostenpflichtigen Bericht einer unbekannten Webseite. Sie akzeptieren auch Unterlagen etablierter Anbieter oder übernehmen die Kosten für eine gewünschte zusätzliche Prüfung selbst.
Nicht auf unbekannten Seiten bezahlen
Private Verkäufer sollten sich nicht zu einer Zahlung drängen lassen. Wer freiwillig einen Fahrzeugbericht anbieten möchte, sollte dafür einen bekannten Dienstleister oder eine etablierte Prüforganisation wählen. Der Anbieter sollte unabhängig vom Kaufinteressenten ausgewählt werden.
Besteht der Interessent trotzdem auf seiner Webseite, sollte der Kontakt beendet werden. Verdächtige Nachrichten können der Verkaufsplattform und gegebenenfalls der Polizei gemeldet werden. Dazu rät auch mobile.de.
Grundsätzlich empfiehlt der ADAC, sich beim privaten Autoverkauf nicht unter Druck setzen zu lassen und einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen. Fahrzeug- und Ausweispapiere sollten nicht per E-Mail an unbekannte Interessenten geschickt werden.
Quelle: mobile.de







