Digitaler HU-Bericht: So hilft er beim Gebrauchtwagenkauf
1.9.2026, Foto: Vitaly Gariev/Pexels
Seit Ende 2025 können Fahrzeughalter relevante HU-Daten online abrufen und beim Fahrzeugverkauf teilen. Der digitale Bericht ist allerdings nicht für jede Hauptuntersuchung verfügbar.
Beim Gebrauchtwagenkauf gehört der Bericht der letzten Hauptuntersuchung zu den wichtigen Fahrzeugunterlagen. Seit Ende 2025 können Fahrzeughalter die relevanten Inhalte des HU-Berichts auch online abrufen und anderen Personen zur Verfügung stellen. Dafür hat das Kraftfahrt-Bundesamt den Digitalen Untersuchungsbericht, kurz DUB, eingeführt.
Der KBA-Dienst ist für Hauptuntersuchungen verfügbar, die seit dem 25. November 2025 durchgeführt wurden. Für frühere Untersuchungen kann kein Digitaler Untersuchungsbericht über das KBA abgerufen werden.
Was ist der Digitale Untersuchungsbericht?
Der Digitale Untersuchungsbericht macht relevante Inhalte des Berichts über die Hauptuntersuchung online verfügbar. Fahrzeughalter können ihre HU-Daten abrufen und bei Bedarf mit anderen Personen teilen. Das KBA hat den Dienst im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr entwickelt und am 25. November 2025 veröffentlicht.
Der DUB ist auf Deutsch und Englisch verfügbar. Das KBA weist allerdings darauf hin, dass die relevanten Inhalte des Untersuchungsberichts aus technischen Gründen nicht vollständig auf Englisch dargestellt werden können.
Nur neuere Hauptuntersuchungen sind abrufbar
Der digitale Abruf funktioniert nur bei Hauptuntersuchungen, die ab dem 25. November 2025 vorgenommen wurden. Liegt die letzte HU vor diesem Stichtag, ist der zugehörige Bericht über den KBA-Dienst nicht verfügbar.
Ist kein digitaler Bericht vorhanden, muss das deshalb kein Warnsignal sein. Möglicherweise wurde die betreffende Hauptuntersuchung lediglich vor Einführung des Dienstes durchgeführt. In diesem Fall sollten sich Gebrauchtwagenkäufer den gedruckten Untersuchungsbericht zeigen lassen und das dort vermerkte Prüfdatum kontrollieren.
So lässt sich der HU-Bericht abrufen
Nach Angaben des KBA kann der Digitale Untersuchungsbericht auf drei Wegen geöffnet werden:
- über einen QR-Code
- über einen bereitgestellten Link
- durch eine manuelle Eingabe auf der KBA-Internetseite
Für den Zugriff werden die Nummer des HU-Untersuchungsberichts, die Schlüsselnummer der Überwachungsinstitution und eine Identifikationsnummer benötigt. Eine Anmeldung über die Online-Ausweisfunktion ist nicht erforderlich.
Der Digitale Untersuchungsbericht ist kein Bestandteil der i-Kfz-App. Anders als der digitale Fahrzeugschein wird er über einen separaten KBA-Dienst abgerufen.
Verkäufer können die HU-Daten digital teilen
Fahrzeughalter können den DUB an andere Personen weitergeben. Das KBA nennt den Fahrzeugverkauf ausdrücklich als mögliches Einsatzgebiet. Ein Verkäufer kann einem Kaufinteressenten dadurch Zugriff auf die digital verfügbaren HU-Informationen gewähren.
Das kann die Prüfung der Fahrzeugunterlagen erleichtern. Kaufinteressenten können sich die freigegebenen HU-Daten bereits vor einer Besichtigung ansehen und bei Unklarheiten gezielt nachfragen.
Die Weitergabe lässt sich außerdem widerrufen. Dafür können nach Angaben des KBA die Zugriffsdaten ausgetauscht werden.
Was bringt der digitale Bericht beim Gebrauchtwagenkauf?
Der DUB erleichtert zunächst den Zugriff auf die vom Verkäufer freigegebenen HU-Daten. Käufer müssen nicht bis zur Fahrzeugbesichtigung warten, um sich mit den digital verfügbaren Informationen der Hauptuntersuchung zu beschäftigen.
Der KBA-Dienst macht dabei die relevanten Inhalte des Untersuchungsberichts digital verfügbar. Den gedruckten HU-Bericht ersetzt er derzeit noch nicht. Nach Angaben des KBA kann der DUB aber für fast alle Zwecke genutzt werden, für die ansonsten der Papierbericht benötigt wird.
Der digitale Bericht dokumentiert die betreffende Hauptuntersuchung. Wie sich der Fahrzeugzustand seit diesem Prüftermin entwickelt hat, lässt sich daraus nicht ablesen. Zwischen der HU und dem Verkauf können neue Defekte, Verschleiß oder Schäden entstanden sein.
Papierbericht bleibt weiterhin wichtig
Beim Gebrauchtwagenkauf sollten Interessenten weiterhin nach dem gedruckten Untersuchungsbericht fragen. Das gilt insbesondere, wenn die Hauptuntersuchung vor dem 25. November 2025 stattgefunden hat oder der Verkäufer keinen digitalen Zugriff bereitstellt.
Auch die übrigen Fahrzeugunterlagen bleiben wichtig. Der Digitale Untersuchungsbericht ersetzt weder die Zulassungsbescheinigungen noch Wartungsnachweise, Reparaturrechnungen oder andere Unterlagen zur Fahrzeughistorie.
Der DUB ist deshalb als Ergänzung zu verstehen. Er erleichtert den Zugriff auf HU-Daten, macht die Kontrolle der übrigen Dokumente aber nicht überflüssig.
DUB und digitaler Fahrzeugschein nicht verwechseln
Der digitale Fahrzeugschein bildet die Zulassungsbescheinigung Teil I ab und wird in der i-Kfz-App verwaltet. Der DUB stellt dagegen relevante Inhalte einer Hauptuntersuchung über einen separaten KBA-Dienst bereit. Für seinen Abruf ist keine Anmeldung über die Online-Ausweisfunktion notwendig.
Beim Gebrauchtwagenkauf können beide Angebote hilfreich sein, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Der Fahrzeugschein enthält Angaben zum Fahrzeug und seiner Zulassung. Der DUB stellt Informationen aus der betreffenden Hauptuntersuchung bereit.
Darauf sollten Gebrauchtwagenkäufer achten
- Datum der Hauptuntersuchung prüfen: Nur Untersuchungen ab dem 25. November 2025 sind über den KBA-Dienst abrufbar.
- Nach dem digitalen Zugriff fragen: Das KBA nennt den Fahrzeugverkauf ausdrücklich als Anwendungsbeispiel für die Weitergabe.
- Gedruckten Bericht ebenfalls einsehen: Der DUB ersetzt den Papierbericht derzeit noch nicht.
- Weitere Unterlagen prüfen: Wartungsnachweise, Reparaturrechnungen und Fahrzeugdokumente bleiben unabhängig vom DUB wichtig.
- Aktuellen Fahrzeugzustand kontrollieren: Die HU-Daten dokumentieren eine zurückliegende Untersuchung und ersetzen keine Prüfung des Autos vor dem Kauf.
Fazit
Der Digitale Untersuchungsbericht ist eine praktische Ergänzung beim Gebrauchtwagenkauf. Verkäufer können die freigegebenen HU-Daten schon vor der Besichtigung teilen. Interessenten erhalten dadurch frühzeitig einen Einblick in die relevanten Informationen der Hauptuntersuchung.
Den aktuellen Fahrzeugzustand bildet der DUB allerdings nicht automatisch ab. Käufer sollten das Auto deshalb weiterhin sorgfältig besichtigen, eine Probefahrt machen und sich auch die übrigen Fahrzeugunterlagen zeigen lassen.
Quellen: KBA







