E-Auto-Foerderung fuer Gebrauchtwagen
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E-Auto-Prämie für Gebrauchte? Händler fordern neue Förderung

31.8.2026, Foto: Cesare Elettrico/Pexels

Die staatliche E-Auto-Förderung gilt bislang nur für Neuwagen. Der Verband der Automobilhändler Deutschlands fordert nun, auch junge gebrauchte Elektroautos bis zu einem Alter von 14 Monaten einzubeziehen.

Wer ein gebrauchtes Elektroauto kauft, erhält derzeit keine staatliche E-Auto-Prämie. Das möchte der Verband der Automobilhändler Deutschlands, kurz VAD, ändern. In einem Positionspapier vom 25. August 2026 fordert der Verband, die Förderung auf junge gebrauchte Elektroautos auszuweiten.

Nach den Vorstellungen des VAD sollen Stromer mit einem Alter von höchstens 14 Monaten förderfähig werden. Der Verband orientiert sich dabei an der Umweltprämie von 2009, bei der Fahrzeuge dieser Altersklasse ebenfalls berücksichtigt wurden.

Beschlossen ist eine solche Erweiterung bislang nicht. Das aktuelle Förderprogramm gilt weiterhin für den Kauf oder das Leasing von Neuwagen.

Aktuelle E-Auto-Prämie gilt nur für Neuwagen

Seit dem 1. Januar 2026 können Privatpersonen beim Kauf oder Leasing eines neuen Elektroautos staatliche Unterstützung erhalten. Je nach Antrieb, Haushaltseinkommen und Zahl der Kinder beträgt die Förderung zwischen 1.500 und 6.000 Euro.

Für ein neues rein batterieelektrisches Auto oder ein Brennstoffzellenfahrzeug liegt die Basisförderung bei 3.000 Euro. Bei Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range Extender sind grundsätzlich 1.500 Euro vorgesehen. Zusätzliche Zuschüsse sind für Familien und Haushalte mit niedrigeren Einkommen möglich.

Die Einkommensgrenze liegt grundsätzlich bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von 80.000 Euro. Für bis zu zwei Kinder steigt sie um jeweils 5.000 Euro und damit auf maximal 90.000 Euro.

Die Bundesregierung stellt für das Förderprogramm insgesamt drei Milliarden Euro bereit. Damit sollen nach ihrer Schätzung bis 2029 etwa 800.000 Fahrzeuge gefördert werden.

Junge Gebrauchte bis 14 Monate im Fokus

Der VAD hält die bisherige Beschränkung auf Neuwagen für zu eng. Junge gebrauchte Elektroautos könnten nach Ansicht des Verbands mehr potenzielle Käufer erreichen, weil sie häufig günstiger als vergleichbare Neuwagen angeboten werden.

Als Fördergrenze schlägt der Verband ein Fahrzeugalter von höchstens 14 Monaten vor. Wie hoch die Prämie für einen solchen Gebrauchten ausfallen sollte, geht aus dem Positionspapier nicht hervor. Der VAD nennt auch keine möglichen Einkommensgrenzen, Mindesthaltedauern oder weiteren Voraussetzungen.

Deutsche Konzernmarken bei jungen Gebrauchten stark vertreten

Der VAD begründet seine Forderung unter anderem mit der Bedeutung deutscher Konzernmarken auf dem Markt für junge Gebrauchtwagen. Nach seiner Auswertung kamen diese Marken von Januar bis Juli 2026 in der Gruppe der 10 bis 18 Monate alten Fahrzeuge auf fast 200.000 Besitzumschreibungen.

Die untersuchte Altersgruppe von 10 bis 18 Monaten ist allerdings nicht deckungsgleich mit der vorgeschlagenen Fördergrenze. Gefördert werden sollen nach Vorstellung des VAD ausschließlich Fahrzeuge bis zu einem Alter von 14 Monaten.

Der Verband geht davon aus, dass eine Förderung dieses Marktsegment beleben könnte. Über sogenannte Nachzieheffekte könne davon nach Einschätzung des VAD auch der Absatz neuer Elektroautos profitieren.

VAD sieht Importmarken bei der Förderung vorn

Der Händlerverband hat außerdem die bis Juli 2026 geförderten Elektroautos mit den gesamten BEV-Neuzulassungen in Deutschland verglichen. Grundlage der Analyse sind nach Angaben des VAD Daten von BAFA und KBA.

Von Januar bis Juli wurden demnach insgesamt 24.794 batterieelektrische Fahrzeuge gefördert. Im selben Zeitraum kamen 446.615 reine Elektroautos neu auf die Straße.

Besonders deutlich fällt der Unterschied bei Tesla aus. Auf die Marke entfielen laut VAD 4.590 geförderte Elektroautos. Das entspricht 18,51 Prozent aller geförderten BEV. Am gesamten deutschen Markt für neu zugelassene Elektroautos erreichte Tesla im selben Zeitraum dagegen einen Anteil von 6,54 Prozent.

Auch Leapmotor, Citroën und Mazda waren in der Auswertung unter den geförderten Fahrzeugen gemessen an ihren jeweiligen Anteilen am gesamten BEV-Markt deutlich stärker vertreten.

BMW, VW, Audi und Mercedes unter ihrem Marktanteil

Bei mehreren deutschen Konzernmarken zeigt sich nach der Berechnung des VAD das umgekehrte Bild. BMW erreichte 8,66 Prozent des gesamten BEV-Marktes, stellte aber nur 3,64 Prozent der geförderten Elektroautos.

Bei Volkswagen Pkw standen einem BEV-Marktanteil von 13,34 Prozent lediglich 5,15 Prozent bei den geförderten Fahrzeugen gegenüber. Audi kam auf 6,70 Prozent des BEV-Marktes, aber nur auf 1,18 Prozent der geförderten Fahrzeuge. Mercedes erreichte 7,21 Prozent des Marktes und 1,01 Prozent bei der Förderung.

Der VAD folgert daraus, dass deutsche Marken bislang unterdurchschnittlich von der Prämie profitieren. Die Förderung junger Gebrauchter könnte nach Ansicht des Verbands dazu führen, dass ein größerer Teil der Mittel bei deutschen Konzernmarken ankommt.

Nur 5,5 Prozent des Marktes gefördert

Nach Berechnung des VAD entsprechen die 24.794 geförderten Elektroautos rund 5,5 Prozent der insgesamt 446.615 BEV-Neuzulassungen von Januar bis Juli 2026.

Der Verband sieht darin ein weiteres Argument für eine breitere Förderung. Durch die Einbeziehung junger Gebrauchter könne die Zahl der förderfähigen Fahrzeuge steigen und die Verbreitung von Elektroautos beschleunigt werden.

Junge Gebrauchte könnten niedrigere Einstiegspreise bieten

Der VAD verweist außerdem auf den Wertverlust junger Fahrzeuge. Nach Erfahrung des Verbands fällt dieser besonders in den ersten sechs Monaten nach dem Neuwagenkauf hoch aus. Dadurch könnten junge gebrauchte Elektroautos für Käufer mit kleineren oder mittleren Einkommen leichter erreichbar sein.

Wie stark der Preis tatsächlich sinkt, hängt allerdings vom jeweiligen Modell, der Nachfrage, der Laufleistung und der Marktsituation ab. Das VAD-Papier enthält keine konkreten Preisvergleiche zwischen neuen und jungen gebrauchten Elektroautos.

Händlerverband warnt vor zusätzlichen Herkunftsvorgaben

Kritisch bewertet der VAD Überlegungen, die Förderung stärker an sogenannte Local-Content-Vorgaben zu knüpfen. Dabei könnte die Förderfähigkeit davon abhängen, wo ein Auto oder seine Bauteile produziert wurden.

Der Verband warnt vor zusätzlicher Bürokratie und schwierigen Abgrenzungen. Aufgrund der international verflochtenen Lieferketten könne es kompliziert werden, Fahrzeuge eindeutig nach dem Ursprung ihrer Komponenten zu bewerten.

Unsere Einschätzung

Die Forderung des VAD ist aus Sicht vieler Gebrauchtwagenkäufer nachvollziehbar. Junge Stromer können eine günstigere Alternative zum Neuwagen sein und bieten häufig noch einen großen Teil der ursprünglichen Batterie- und Fahrzeuggarantie.

Ob die Bundesregierung den Vorschlag aufgreift, ist offen. Für Käufer bleibt daher der wichtigste Punkt: Eine E-Auto-Prämie für gebrauchte Fahrzeuge ist derzeit nicht beschlossen. Wer aktuell einen gebrauchten Stromer kauft, sollte seine Finanzierung ohne einen möglichen staatlichen Zuschuss planen.

Quellen: Verband der Automobilhändler Deutschlands, Bundesregierung

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