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DAT-Analyse: Gebrauchte E-Autos werden wertstabiler

16.10.2026, Foto: Karsten Paulick/Pixabay

Gebrauchte Elektroautos holen auf: Ihre Restwerte sind zuletzt gestiegen, während Benziner und Diesel leicht nachgaben. Noch bleiben Verbrenner auf dem Gebrauchtwagenmarkt jedoch klar in Führung.

Bei gebrauchten Elektroautos zeichnet sich eine vorsichtige Trendwende ab. Nach einer Auswertung der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) sind die Restwerte dreijähriger Elektroautos zwischen Mai und August 2026 um 1,4 Prozentpunkte gestiegen. Im selben Zeitraum sanken die Werte von Benzinern um 0,4 Prozentpunkte und die von Dieselfahrzeugen um 1,1 Prozentpunkte.

Im August erreichten dreijährige Elektroautos im Durchschnitt noch 51,5 Prozent ihres früheren Listenpreises. Dreijährige Diesel kamen auf 58 Prozent, Benziner auf 59,4 Prozent. Elektroautos liegen damit weiterhin zurück. Der Abstand zu den Verbrennern ist aber kleiner geworden. Im November 2025 hatten dreijährige Stromer durchschnittlich nur 48,4 Prozent ihres ursprünglichen Listenpreises erreicht.

Hohe Kraftstoffpreise erhöhen die Nachfrage

Als wichtigen Treiber sieht die DAT die hohen Kraftstoffpreise. Seit März seien gebrauchte Elektroautos stärker gefragt gewesen. Gleichzeitig ging die Zahl der angebotenen Fahrzeuge zeitweise zurück, sodass insbesondere dreijährige Leasingrückläufer im Frühjahr knapp wurden. Im Juli und August wuchs das Angebot wieder, weil mehr Fahrzeuge in den Handel zurückkamen.

Daneben sind gebrauchte Elektroautos inzwischen in mehr Modellklassen und Preislagen erhältlich. Vor allem Fahrzeuge zwischen 20.000 und 25.000 Euro treffen nach Einschätzung der DAT einen für Gebrauchtwagenkäufer relevanten Preisbereich. Im vergangenen Jahr wurden für einen Gebrauchtwagen im Schnitt knapp 20.000 Euro ausgegeben, beim Markenhändler rund 25.000 Euro.

Elektroautos stehen kürzer beim Händler

Auch bei der Verkaufsdauer zeigen sich Veränderungen. Gebrauchte Elektroautos standen zuletzt durchschnittlich 74 Tage beim Händler. Bei Benzinern waren es 84 Tage, bei Dieselfahrzeugen 92 Tage. Besonders gefragt waren kleinere Elektroautos im Preisbereich zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Größere und teurere Modelle ließen sich dagegen nicht ebenso schnell verkaufen.

Eine vollständige Trendwende auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist daraus noch nicht abzuleiten. Reine Elektroautos kamen in den ersten acht Monaten 2026 lediglich auf fünf Prozent der Besitzumschreibungen. Benziner erreichten 55 Prozent, Diesel 26 Prozent. Der klassische Verbrenner bleibt damit die mit Abstand häufigste Wahl.

Gebrauchtwagenmarkt bleibt unter Vorjahresniveau

Im September 2026 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt insgesamt 533.447 Besitzumschreibungen. Das waren 6,2 Prozent mehr als im August, aber 4,8 Prozent weniger als im September 2025. Von Januar bis September wechselten rund 4,81 Millionen Gebrauchtwagen den Besitzer und damit 2,9 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Entwicklung zeigt dennoch, dass gebrauchte Elektroautos für mehr Käufer interessant werden. Ihre Restwerte steigen, einige Modelle verkaufen sich schneller und das Angebot ist breiter als noch vor wenigen Jahren. Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, hängt allerdings unter anderem von Kraftstoffpreisen, Fahrzeugangebot und der Preisentwicklung neuer Elektroautos ab.

Quelle: DAT

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