Gebrauchte E-Autos plötzlich stark gefragt
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Gebrauchtwagenmarkt dreht sich: Stromer legen deutlich zu

3.10.2026, Foto: osamah Abdullah/Pexels

Gebrauchte Elektroautos waren lange schwer vermittelbar. Nun zeichnet sich auf AutoScout24 eine deutliche Veränderung ab: Die Nachfrage legt kräftig zu, zugleich steigen die Angebotspreise.

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt wächst das Interesse an Elektroautos. Im September 2026 lagen die Kaufanfragen nach gebrauchten Stromern auf AutoScout24 um 26,8 Prozent über dem Vormonat. Gleichzeitig ging das Angebot um 1,2 Prozent zurück. Das geht aus dem aktuellen AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preisentwicklungs-Index (AGPI) für September 2026 hervor.

Die steigende Nachfrage macht sich auch bei den Preisen bemerkbar. Gebrauchte Elektroautos wurden im September durchschnittlich für 39.006 Euro angeboten. Das waren 2,1 Prozent mehr als im August. Damit entwickelten sich Stromer deutlich anders als der Gesamtmarkt: Über alle Antriebsarten hinweg stieg der durchschnittliche Angebotspreis lediglich um 0,1 Prozent auf 26.878 Euro.

Benziner und Diesel werden etwas günstiger

Bei Autos mit Verbrennungsmotor änderten sich die Preise nur wenig. Gebrauchte Benziner wurden im Schnitt für 23.944 Euro angeboten und damit 0,1 Prozent günstiger als im August. Bei Dieselfahrzeugen ging der durchschnittliche Angebotspreis um 0,2 Prozent auf 26.991 Euro zurück. Hybride blieben mit durchschnittlich 37.425 Euro preislich unverändert.

Auch bei diesen Antriebsarten stieg die Nachfrage, allerdings deutlich schwächer als bei reinen Elektroautos. Bei Hybriden legte die Zahl der Kaufanfragen um 10,1 Prozent zu. Für Diesel meldet AutoScout24 ein Plus von 2,7 Prozent, für Benziner von 2,1 Prozent.

Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf den deutschen Anzeigenmarkt. In Europa sank der Preisindex der AUTO1 Group im September um 2,3 Prozent gegenüber August. Während vor allem Diesel und Benziner günstiger wurden, lag der Preisindex für gebrauchte Elektroautos 20,6 Prozent über dem Stand vom Jahresbeginn.

Die Ergebnisse beruhen allerdings auf unterschiedlichen Datengrundlagen. AutoScout24 wertet Angebotspreise und Kaufanfragen auf der eigenen Plattform aus. Der AUTO1 Group Price Index bildet dagegen die Preisentwicklung im europäischen Gebrauchtwagenhandel ab. Die Werte sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar, deuten bei gebrauchten Elektroautos aber in dieselbe Richtung.

Junge Gebrauchtwagen besonders gefragt

Unabhängig von der Antriebsart interessierten sich die Nutzer im September besonders häufig für junge Gebrauchtwagen. Bei Fahrzeugen im Alter von bis zu einem Jahr stiegen die Kaufanfragen gegenüber August um 11,6 Prozent. Ein bis drei Jahre alte Autos kamen auf ein Plus von 9,2 Prozent, bei drei bis fünf Jahre alten Fahrzeugen waren es 6,4 Prozent.

Unter den Fahrzeugklassen verzeichneten Kleinwagen mit 7,6 Prozent den größten Nachfragezuwachs. Dahinter folgten die Kompaktklasse mit 6,8 Prozent und die Oberklasse mit 5,5 Prozent. Rückläufig war das Interesse lediglich an Sportwagen: Hier sank die Zahl der Kaufanfragen um 8,1 Prozent.

SUV im September günstiger

In den meisten Fahrzeugklassen gingen die durchschnittlichen Angebotspreise leicht zurück. SUV und Geländewagen sowie Fahrzeuge der Oberklasse verbilligten sich jeweils um 0,8 Prozent. Für SUV wurden im Durchschnitt 32.198 Euro verlangt, für Oberklassemodelle 57.656 Euro.

Teurer wurden hingegen Vans und Kleinbusse. Ihr durchschnittlicher Angebotspreis stieg um 1,0 Prozent auf 24.886 Euro. Sportwagen legten um 0,7 Prozent auf durchschnittlich 69.243 Euro zu.

Quellen: Autoscout24 AGPI September, AUTO1 Group Price Index

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