Plug-in-Hybrid gebraucht kaufen - warum der Normverbrauch taeuschen kann
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Plug-in-Hybrid kaufen? Warum der Normverbrauch täuschen kann

7.9.2026, Foto: © Gebrauchtwagenberater.de

Eine neue ICCT-Studie zeigt eine wachsende Lücke zwischen offiziellen und realen CO₂-Werten von Plug-in-Hybriden. Bei den 2023 zugelassenen Fahrzeugen lagen die Emissionen im Alltag durchschnittlich beim 4,6-Fachen des Typgenehmigungswerts.

Plug-in-Hybride sollen viele Strecken elektrisch zurücklegen und dadurch vergleichsweise niedrige CO₂-Werte erreichen. Im Alltag geht diese Rechnung jedoch häufig nicht auf. Das zeigt eine neue Untersuchung des International Council on Clean Transportation, kurz ICCT.

Die Forschungsorganisation wertete Verbrauchs- und Energiedaten von rund 920.000 Plug-in-Hybriden aus, die zwischen 2021 und 2023 in Europa zugelassen wurden. Die Daten wurden von den Fahrzeugherstellern über die bordeigenen Verbrauchsmesssysteme an die europäischen Behörden übermittelt.

Reale Emissionen erreichen das 4,6-Fache

Bei den 2021 zugelassenen Plug-in-Hybriden lagen die durchschnittlichen realen CO₂-Emissionen beim 3,5-Fachen des offiziellen Typgenehmigungswerts. Für Fahrzeuge des Zulassungsjahres 2023 ermittelte das ICCT bereits das 4,6-Fache.

Konkret stiegen die durchschnittlichen realen Emissionen zwischen den betrachteten Zulassungsjahren von 130 auf 134 Gramm CO₂ pro Kilometer. Die offiziell ausgewiesenen Werte sanken im gleichen Zeitraum dagegen von 37 auf 29 Gramm pro Kilometer.

Elektrischer Fahranteil sinkt trotz größerer Reichweiten

Für die offiziellen CO₂-Werte wird angenommen, dass Plug-in-Hybride einen erheblichen Teil ihrer Strecken elektrisch zurücklegen. Das Berechnungsverfahren geht außerdem davon aus, dass eine größere elektrische Reichweite zu einem höheren elektrischen Fahranteil führt.

Die ausgewerteten Alltagsdaten zeigen laut ICCT jedoch die entgegengesetzte Entwicklung. Zwischen 2021 und 2023 sank der reale elektrische Fahranteil, obwohl die elektrische Reichweite neuerer Modelle zunahm. Dadurch gingen die offiziellen Werte zurück, während der durchschnittliche CO₂-Ausstoß im Alltag leicht stieg.

EU will Berechnung anpassen

Die Europäische Kommission hat das Berechnungsverfahren für die offiziellen Plug-in-Hybrid-Werte bereits 2025 erstmals korrigiert. Eine weitere Anpassung ist für 2027 vorgesehen. Das ICCT hält diesen Schritt für notwendig und empfiehlt, die zugrunde liegenden Annahmen künftig regelmäßig anhand realer Verbrauchsdaten zu aktualisieren.

Nach Einschätzung der Forschungsorganisation reicht eine größere elektrische Reichweite allein nicht aus, um die Lücke zwischen offiziellen und realen Emissionen zu schließen. Entscheidend ist, wie häufig Plug-in-Hybride tatsächlich geladen und elektrisch gefahren werden.

Unsere Einschätzung

Ein Plug-in-Hybrid kann im Alltag gut funktionieren, wenn er regelmäßig geladen wird und viele Strecken elektrisch schafft. Wer den Stecker dagegen nur selten nutzt oder überwiegend lange Strecken fährt, dürfte von den niedrigen offiziellen Verbrauchswerten deutlich weniger merken.

Vor dem Gebrauchtwagenkauf lohnt deshalb ein ehrlicher Blick auf den eigenen Alltag: Gibt es eine regelmäßige Lademöglichkeit und passt die elektrische Reichweite zu den üblichen Strecken? Wenn nicht, ist ein Plug-in-Hybrid womöglich nicht die sparsamste Wahl. Wie sparsam ein Plug-in-Hybrid wirklich ist, lässt sich am Normverbrauch deshalb nur bedingt ablesen.

Quelle: ICCT-Studie

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