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VW vor tiefem Umbau: Modellpalette soll deutlich schrumpfen

25.8.2026, Foto: Simon/Pixabay

Volkswagen plant den tiefgreifendsten Umbau seiner Konzerngeschichte. Der Vorstand hat dafür ein Maßnahmenpaket mit zwölf Initiativen und 45 Einzelbeschlüssen entwickelt. Der sogenannte Zukunftsplan soll den Konzern robuster, effizienter und wettbewerbsfähiger aufstellen.

Das Konzept wurde dem Aufsichtsrat im Juli vorgestellt, zunächst aber noch nicht abschließend beschlossen. Nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume sollen einzelne Punkte weiter konkretisiert und offene Fragen beantwortet werden. Der Zukunftsplan sei kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Modellpalette soll um bis zu 50 Prozent schrumpfen

Ein zentraler Punkt betrifft das Fahrzeugangebot. Volkswagen will seine Modellpalette schrittweise um bis zu 50 Prozent straffen. Gleichzeitig soll die Angebotskomplexität um bis zu 75 Prozent sinken. Welche konkreten Baureihen, Motorisierungen oder Ausstattungskombinationen entfallen könnten, nennt Volkswagen bislang nicht.

Der Konzern will sich stärker auf attraktive Marktsegmente konzentrieren. Produkte, Technologien und Entwicklung sollen zudem regionaler ausgerichtet werden. Parallelstrukturen sollen abgebaut und konzernweite Synergien stärker genutzt werden.

Produktionskapazitäten werden angepasst

Auch das weltweite Produktionsnetz steht auf dem Prüfstand. Die Kapazitäten sollen nach Angaben von Volkswagen an die veränderte Marktlage und den stärkeren Wettbewerb angepasst werden. Zielgröße sind neun Millionen produzierte Fahrzeuge pro Jahr. Welche Werke in welchem Umfang betroffen sein könnten, geht aus der offiziellen Mitteilung nicht hervor.

Rendite soll bis 2030 deutlich steigen

Volkswagen strebt für 2030 eine operative Umsatzrendite zwischen acht und zehn Prozent an. Gleichzeitig soll der Netto-Cashflow im Automobilbereich deutlich steigen. Der Konzern will damit finanziell widerstandsfähiger werden und Investitionen in Produkte und Technologien absichern.

Dafür sollen unter anderem die Komplexität sinken, Überkapazitäten reduziert, regionale Verantwortlichkeiten gestärkt und das Beteiligungsportfolio gestrafft werden. Auch die Steuerung des Konzerns soll einfacher werden.

Arbeitnehmerseite fordert sichere Standorte

IG Metall und Volkswagen-Betriebsrat reagieren kritisch auf die Diskussion über mögliche Einschnitte. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnten sie davor, Belegschaften und Standortregionen durch Debatten über Werksschließungen und Stellenabbau weiter zu verunsichern.

Die Arbeitnehmervertreter fordern vom Vorstand wettbewerbsfähige Produkte, Technologien und Konzernstrukturen. Diese müssten mit sicheren Beschäftigungsperspektiven verbunden werden. Die IG Metall erklärte zudem, dass aus ihrer Sicht bessere Lösungen als Werksschließungen gefunden werden müssten.

Für die Beschäftigten der Volkswagen AG gilt nach Darstellung der IG Metall eine neue Beschäftigungssicherung bis Ende 2030. Betriebsbedingte Kündigungen sind demnach bis zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen.

Unsere Einschätzung

Volkswagen will deutlich schlanker werden. Weniger Modelle, weniger Varianten und einfachere Strukturen sollen Kosten senken und den Konzern schneller machen. Was das konkret für einzelne Baureihen und Werke bedeutet, ist anhand der bislang veröffentlichten Unternehmensangaben aber noch offen.

Für Kunden ist vor allem die geplante Kürzung des Angebots interessant. Wenn Volkswagen tatsächlich bis zur Hälfte der Modellpalette und einen großen Teil der Komplexität abbaut, dürfte sich das Angebot langfristig verändern. Welche Fahrzeuge oder Ausstattungsversionen betroffen sind, hat der Konzern jedoch noch nicht mitgeteilt.

Quellen: Volkswagen, IG Metall

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