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Post vom KBA: Warum 200.000 Halter angeschrieben werden

22.8.2026, Foto: ptra/Pixabay

Post vom Kraftfahrt-Bundesamt sorgt bei Fahrzeughaltern häufig erst einmal für Unruhe. Doch nicht immer geht es dabei um einen Rückruf oder Ärger mit dem Fahrzeug. Im Rahmen der Fahrleistungserhebung 2026 will das KBA rund 200.000 Fahrzeughalter anschreiben und nach der Fahrleistung ihres Fahrzeugs fragen.

Das geht aus einer Veröffentlichung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen, kurz BASt, hervor. Das KBA führt die Halterbefragung als Teil einer bundesweiten Untersuchung zur tatsächlichen Nutzung von Fahrzeugen in Deutschland durch.

Darum fragt das KBA nach der Fahrleistung

Ziel der Fahrleistungserhebung 2026 ist es, aktuelle Daten zu den in Deutschland gefahrenen Kilometern zu gewinnen. Die Fahrleistung ist nach Angaben der BASt eine wichtige Größe zur Beschreibung des motorisierten Straßenverkehrs.

Sie dient unter anderem als Maß dafür, wie stark die Verkehrsinfrastruktur genutzt wird. Zudem kann sie Hinweise auf verkehrsbedingte Umweltbelastungen liefern. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für Projekte und Maßnahmen in den Bereichen Straßeninfrastruktur, Verkehrssicherheit und Umwelt dienen.

Die letzte umfassende Erhebung der Fahrleistungen in Deutschland fand 2014 statt. Aufgrund veränderter demografischer und verkehrlicher Rahmenbedingungen seien die damaligen Ergebnisse inzwischen nicht mehr aktuell, erklärt die BASt.

Rund 200.000 Fahrzeughalter bekommen Post

Die Fahrzeughalterbefragung ist ein zentraler Bestandteil der Untersuchung. Nach Angaben der BASt soll das Kraftfahrt-Bundesamt rund 200.000 Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter anschreiben und sie zur Fahrleistung ihres Fahrzeugs in einem bestimmten Zeitraum befragen.

Die Befragung beginnt laut der amtlichen Veröffentlichung Mitte 2026 und soll sich über ein Jahr erstrecken.

Halterbefragung ist Teil eines größeren Projekts

Die Fahrleistungserhebung besteht nicht allein aus der Befragung der Fahrzeughalter. Zum Gesamtprojekt gehören mehrere Teilprojekte. Neben der KBA-Befragung führt die BASt eine Straßenverkehrszählung durch. Eine weitere Stelle begleitet das Projekt und wertet die erhobenen Daten aus.

Bei der Verkehrszählung werden Fahrzeuge nach Angaben der BASt mit sensorbasierten Kameras im fließenden Verkehr erfasst. Daraus soll die sogenannte Inlandsfahrleistung ermittelt werden. Sie beschreibt die auf deutschen Straßen zurückgelegten Kilometer.

Die Halterbefragung dient dagegen der Ermittlung der Inländerfahrleistung. Dabei geht es um die Fahrleistung der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge. Beide Werte sollen zusammen ein belastbares Bild der Gesamtfahrleistung im Jahr 2026 ergeben.

Auch Verkehrssicherheit und Umwelt profitieren von den Daten

Die Gesamtfahrleistung lässt sich nach Abschluss der Erhebung nach verschiedenen Kriterien auswerten. Die BASt nennt unter anderem Straßenklassen sowie den Anteil ausländischer Fahrzeuge am Verkehr.

Die Ergebnisse sollen als Referenzwerte für weitere Projekte dienen. Dazu gehören Untersuchungen zur Straßeninfrastruktur, Verkehrssicherheit und Umwelt. So lässt sich beispielsweise besser einordnen, wie intensiv Straßen genutzt werden und wie sich Verkehrsaufkommen und Umweltbelastungen entwickeln.

Kein Hinweis auf einen manipulierten Kilometerstand

Auf Grundlage der amtlichen Projektbeschreibung handelt es sich bei den Schreiben um eine statistische Fahrzeughalterbefragung. Die Fahrleistung der angeschriebenen Fahrzeuge soll dabei helfen, die insgesamt in Deutschland gefahrenen Kilometer zu ermitteln.

Die Abfrage erfolgt damit nicht deshalb, weil das KBA bei den ausgewählten Fahrzeugen automatisch einen manipulierten Kilometerstand vermutet. Auch ein Zusammenhang mit einem Rückruf ergibt sich aus der amtlichen Projektbeschreibung nicht.

Unsere Einschätzung

Wer Post vom KBA bekommt, muss nicht gleich mit einem Rückruf oder Ärger aus Flensburg rechnen. Rund 200.000 Fahrzeughalter werden im Rahmen der Fahrleistungserhebung 2026 angeschrieben. Dabei geht es darum, ein aktuelles Bild davon zu bekommen, wie viele Kilometer Fahrzeuge in Deutschland tatsächlich zurücklegen.

Die Ergebnisse sollen unter anderem bei der Planung der Straßeninfrastruktur sowie bei Untersuchungen zu Verkehrssicherheit und Umwelt helfen. Wer ein Schreiben erhält, sollte sich die Hinweise darin in Ruhe durchlesen. Für Fragen zur Teilnahme, Rückmeldung und Verwendung der Angaben sind die Informationen des KBA im jeweiligen Brief entscheidend.

Quellen: BASt

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