Kleinwagen werden immer teurer: Benziner kosten fast 24.000 Euro
5.9.2026, Foto: Magda Ehlers/Pexels
Kleinwagen gelten längst nicht mehr automatisch als günstige Einstiegsmodelle. Laut einer ADAC-Auswertung kostet ein neuer Benziner inzwischen fast 24.000 Euro. Gleichzeitig wird die Auswahl kleiner.
Wer einen kleinen und günstigen Neuwagen sucht, hat immer weniger Auswahl. Nach einer aktuellen Auswertung des ADAC kostet ein neuer Kleinwagen mit Benzinmotor inzwischen durchschnittlich fast 24.000 Euro. Das sind knapp 80 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.
Gleichzeitig schrumpft das Angebot. Im laufenden Jahr zählt der ADAC nur noch 46 Kleinwagenmodelle mit Verbrennungsmotor. Damit wurde laut Automobilclub ein neuer Tiefstand erreicht. Dieselmodelle und andere Verbrennervarianten werden in dieser Fahrzeugklasse gar nicht mehr angeboten.
Elektro-Kleinwagen entwickeln sich anders
Bei elektrischen Kleinwagen zeigt sich zuletzt eine gegenläufige Entwicklung. Ihr durchschnittlicher Neuwagenpreis liegt laut ADAC inzwischen unter 30.000 Euro. Gegenüber 2024 entspricht das einem Rückgang von mehr als neun Prozent.
Gleichzeitig ist die Auswahl gewachsen. Der ADAC-Autokatalog führt inzwischen fast 40 elektrische Kleinwagen. Vor zehn Jahren waren es noch weniger als zehn Modelle.
Günstig sind die elektrischen Modelle aus Sicht des Automobilclubs dennoch nicht. Vor zehn Jahren lag der durchschnittliche Preis eines Elektro-Kleinwagens knapp 5.000 Euro niedriger. Der jüngste Rückgang gleicht den längerfristigen Preisanstieg somit nicht vollständig aus.
Mehr Modelle, aber deutlich höhere Preise
Über alle Antriebsarten hinweg standen zuletzt wieder mehr als 80 Kleinwagenmodelle zur Auswahl. Eine ähnlich große Auswahl gab es laut ADAC zuletzt 2017. Im gleichen Zeitraum stieg der durchschnittliche Preis eines Kleinwagens jedoch um mehr als 10.000 Euro.
Der ADAC sieht Einsparpotenzial bei der Ausstattung. Nicht alle Käufer benötigten die zahlreichen Komfort- und Unterhaltungsfunktionen, die mittlerweile in vielen Kleinwagen serienmäßig seien. Der Club fordert die Hersteller deshalb auf, das Segment günstiger Einstiegsmodelle nicht zu vernachlässigen.
Gebrauchte Kleinwagen können eine Alternative sein
Die ADAC-Auswertung betrachtet ausschließlich Neuwagen. Angaben zur Preisentwicklung gebrauchter Kleinwagen enthält sie nicht.
Für Käufer mit begrenztem Budget kann sich dennoch der Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt lohnen. Modelle wie Ford Fiesta, Citroën C1, Peugeot 108, Opel Adam, Škoda Citigo und Seat Mii werden nicht mehr als Neuwagen angeboten, sind gebraucht aber weiterhin erhältlich. Der ADAC nennt sie als Beispiele für eingestellte Klein- und Kleinstwagen.
Ob ein Gebrauchter tatsächlich die günstigere Wahl ist, hängt allerdings vom konkreten Angebot ab. Neben dem Kaufpreis sollten Käufer vor allem den technischen Zustand, die Wartungshistorie und mögliche bald anstehende Reparaturen berücksichtigen.
Unsere Einschätzung
Fast 24.000 Euro sind für einen kleinen Benziner eine Menge Geld. Gleichzeitig wird die Auswahl unter den Verbrennern immer kleiner. Wer einen günstigen Neuwagen sucht, hat es deshalb zunehmend schwer.
Bei elektrischen Kleinwagen wächst immerhin das Angebot, und die Durchschnittspreise sind gegenüber 2024 gesunken. Günstig sind aber auch sie noch nicht. Für Käufer mit kleinerem Budget kann sich daher der Blick auf Gebrauchte lohnen. Dort sollte neben dem Preis vor allem der technische Zustand stimmen.
Quellen: ADAC







