Akku kann überhitzen: Großer Rückruf bei VW und Cupra
21.10.2026, Foto: David Moffatt/Unsplash
Volkswagen und Cupra rufen mehrere Elektroautos wegen möglicher Batterieprobleme zurück. Bei einem Ladestand über 80 Prozent kann der Akku überhitzen. Im schlimmsten Fall besteht Brandgefahr.
Auf Besitzer mehrerer Elektroautos von Volkswagen und Cupra kommt ein Werkstatttermin zu. Hintergrund sind mögliche Produktionsabweichungen bei einzelnen Komponenten der Hochvoltbatterie. Bei einem Ladestand von mehr als 80 Prozent kann der Akku überhitzen. Im ungünstigsten Fall droht ein Brand.
Betroffen sind Fahrzeuge mit Batterien eines bestimmten Zulieferers aus den Produktionsjahren 2022 bis 2025. Dazu gehören je nach Rückrufaktion der VW ID.3, ID.4, ID.7, ID. Buzz und ID. Buzz Cargo sowie der Cupra Born. Nicht jedes Fahrzeug aus diesem Zeitraum fällt automatisch unter die Aktion. Entscheidend sind die jeweils verbaute Batterie und die Fahrzeug-Identifizierungsnummer.
Der Rückruf hatte sich bereits angekündigt: Wir berichteten am 18. Oktober über die vorbereitete Aktion. Damals fehlten noch die deutschen KBA-Einträge und Stückzahlen, die inzwischen veröffentlicht wurden.
Die Aktionen werden bei Volkswagen unter den Codes 93MF und 93MV geführt. Bei Cupra lautet der Herstellercode 93W4.
Fast 10.000 Fahrzeuge in Deutschland betroffen
Nach Angaben zu den drei vom KBA veröffentlichten Rückrufmeldungen sind weltweit insgesamt 72.668 Fahrzeuge betroffen. Davon entfallen 9.881 Autos auf Deutschland.
Die Gesamtzahl verteilt sich auf mehrere Rückrufaktionen. Halter sollten deshalb nicht allein anhand des Modellnamens, Baujahrs oder Produktionszeitraums entscheiden, ob ihr Auto betroffen ist. Eine verbindliche Auskunft ist über die FIN bei Volkswagen, Cupra oder einer autorisierten Werkstatt möglich.
Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu einer älteren Batterieaktion aus dem Frühjahr 2026. Damals wurden weltweit rund 94.000 Elektroautos wegen nicht spezifikationsgerechter Batteriemodule zurückgerufen. Die damaligen Zahlen und Produktionszeiträume dürfen nicht mit den jetzt veröffentlichten Aktionen zusammengerechnet werden.
Betroffene Akkus nur bis 80 Prozent laden
Für die betroffenen Fahrzeuge gilt vorläufig eine maximale Ladekapazität von 80 Prozent. Nach Angaben von Volkswagen UK wurde die Begrenzung bei vielen Autos aus der Ferne aktiviert. Ist das nicht geschehen, sollen Halter die Ladegrenze selbst über den Battery Care Mode einstellen.
Auch Cupra UK nennt für betroffene Born-Modelle eine vorübergehende Begrenzung auf 80 Prozent. Sie soll die Belastung der Hochvoltbatterie verringern und die Sicherheitsreserve erhöhen, bis das Fahrzeug geprüft beziehungsweise die endgültige Maßnahme umgesetzt wurde.
Beim ID. Buzz und ID. Buzz Cargo gilt ebenfalls eine entsprechende Ladebegrenzung. Volkswagen Nutzfahrzeuge bestätigt, dass bei einem Ladestand über 80 Prozent eine Überhitzung auftreten und daraus eine Brandgefahr entstehen kann.
Werkstatt prüft den Zustand der Batterie
Die betroffenen Halter sollen von den Herstellern angeschrieben werden. Anschließend kann eine Prüfung in einer autorisierten Werkstatt notwendig sein. Dabei wird kontrolliert, ob die Bauteile der Hochvoltbatterie den Qualitätsvorgaben entsprechen.
Bis zur endgültigen Lösung können die Autos grundsätzlich weiter genutzt und auch an Schnellladesäulen geladen werden. Der Ladestand darf bei betroffenen Fahrzeugen jedoch nicht über 80 Prozent steigen. Leuchtet eine Warnlampe auf, sollten Halter zeitnah eine autorisierte Werkstatt kontaktieren.
Quellen: VW, Cupra







