TUM-Studie: Wie groß ist der Klimavorteil von E-Autos?
11.9.2026, Foto: Hyundai Motor Group
Elektroautos verursachen über ihren gesamten Lebenszyklus meist weniger Treibhausgasemissionen als Verbrenner. Eine Auswertung der Technischen Universität München zeigt jedoch, wie stark das Ergebnis von Produktion, Materialien und Betriebsstrom abhängt.
Wie klimafreundlich ist ein Elektroauto, wenn neben dem Fahren auch Herstellung und Verwertung berücksichtigt werden? Forschende der Technischen Universität München haben dazu 19 vorhandene Studien mit insgesamt 47 modellierten Szenarien ausgewertet.
In rund 92 Prozent der betrachteten Szenarien verursachten batterieelektrische Autos über ihren Lebenszyklus weniger Treibhausgasemissionen als Verbrenner. Im Durchschnitt lag die Reduktion bei 41 Prozent.
Große Unterschiede zwischen den Szenarien
Hinter dem Durchschnittswert verbirgt sich eine große Spannbreite. Je nach Szenario reichten die Ergebnisse von 89 Prozent weniger Emissionen bis zu einer Mehrbelastung von 21 Prozent gegenüber einem Verbrenner.
Entscheidend sind laut der Auswertung unter anderem der Produktionsort, die CO2-Intensität der verwendeten Materialien und die Energie, mit der das Fahrzeug betrieben wird. Der Antrieb ist zwar der größte einzelne Einflussfaktor, Materialien und Energieträger können die Gesamtbilanz aber ebenfalls deutlich verändern.
Forschende kritisieren Messung am Auspuff
Die TUM-Forschenden kritisieren, dass die europäische CO2-Flottenregulierung die Emissionen eines Fahrzeugs am Auspuff bewertet. Batterieelektrische Autos werden bei dieser Berechnung als emissionsfrei behandelt. Emissionen aus Fahrzeug- und Batterieproduktion, Stromerzeugung sowie Verwertung fließen nicht in diese Kennzahl ein.
Nach Ansicht der Forschenden werden dadurch auch Fortschritte bei emissionsärmeren Materialien, erneuerbaren Energieträgern und Recycling nicht ausreichend berücksichtigt. Das White Paper schlägt deshalb einen Standard vor, der die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Autos erfasst.
Unsere Einschätzung
Die Auswertung bestätigt grundsätzlich den Klimavorteil von Elektroautos. Die durchschnittlichen 41 Prozent sind aber kein fester Wert für jedes Fahrzeug. Je nach Herstellung, verwendeten Materialien und Betriebsstrom kann die Bilanz deutlich besser oder schlechter ausfallen.
Die Studie zeigt damit vor allem: Nur auf die Emissionen am Auspuff zu schauen, greift zu kurz. Für einen fairen Vergleich müsste der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden, von der Produktion bis zur Verwertung.
Quelle: Technische Universität München







