Verbrenner-Aus 2035
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Doch kein Verbrenner-Aus: EU-Kommission plant Lockerung

18.12.2025, Bild: Andreas Lischka auf Pixabay

Die Diskussion um das EU-weite Verbrenner-Aus bekommt neuen Schwung: Nachdem die ursprünglichen Pläne ein komplettes Verkaufsverbot für Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor ab 2035 vorsahen, denkt die EU-Kommission nun über eine deutlich flexiblere Regelung nach. Der mögliche Kurswechsel sorgt in Politik und Industrie gleichermaßen für Aufregung.

Die EU-Kommission stellt ihre bisherigen Pläne für die Autoindustrie gerade auf den Prüfstand. Statt Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotoren ab 2035 komplett zu verbieten, könnte es nun deutlich flexiblere Vorgaben geben. So sollen die CO2-Flottengrenzwerte so angepasst werden, dass Hersteller ihre Emissionen nicht mehr um 100 Prozent senken müssen, sondern „nur“ noch um 90 Prozent im Vergleich zu 2021.

Konkret heißt das: Auch nach 2035 könnten weiterhin Neuwagen mit klassischen Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybriden oder Elektroautos mit Range-Extender auf den Markt kommen. Bevor all das Wirklichkeit wird, müssen jedoch noch das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten grünes Licht geben.

Zoff um den Kurswechsel

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt den neuen Kurs aus Brüssel und lobt, dass die EU-Kommission „die Regulierung im Automobilbereich öffnet“. Ganz anders sieht das der Verband der Deutschen Automobilindustrie: Der VDA spricht von einem bloßen „Lippenbekenntnis“, das am Ende kaum Wirkung entfalten werde, und fordert spürbare Änderungen im weiteren Gesetzgebungsprozess. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Pläne für eine „Scheinlösung“. Und auf regionaler Ebene, etwa in Niedersachsen, wurde schon länger bezweifelt, ob ein striktes Verbrenner-Aus überhaupt realistisch umzusetzen ist.

Die Autoindustrie und mehrere EU-Länder – darunter Deutschland und Italien – haben schon länger darauf gedrängt, mehr Spielraum für Verbrenner zu lassen. Die Kommission denkt deshalb über Modelle nach, bei denen Hersteller bis zu 30 Prozent ihrer Vorgaben mit alternativen Kraftstoffen erfüllen könnten.

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