GM verlaengert China-Deal
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GM verlängert China-Deal: Export-Offensive trotz hohen Verlusten

5.8.2026, Bild: Elishia Jayye / Unsplash

Während deutsche Hersteller in China schwächeln, setzt General Motors ein klares Zeichen: Der US-Konzern verlängert sein Joint Venture mit SAIC um weitere 20 Jahre bis 2047. Trotz massiver Verluste in den vergangenen Jahren. Die Strategie dahinter ist clever und könnte auch für VW, BMW und Mercedes zum Vorbild werden.

General Motors hat am Dienstag die Verlängerung seiner China-Partnerschaft bis 2047 bekanntgegeben. Ein bemerkenswerter Schritt, denn der US-Konzern musste in China zuletzt herbe Rückschläge hinnehmen. Die Entscheidung zeigt jedoch einen Trend, der auch für deutsche Hersteller relevant wird: China nicht als reinen Absatzmarkt, sondern als strategische Export-Basis für Elektroautos zu nutzen. GM dreht damit den Spieß um und könnte Schule machen.

Warum GM trotz Verlusten in China bleibt

Die Zahlen der vergangenen Jahre sprechen eine deutliche Sprache: 2025 verkaufte GM nur noch 1,9 Millionen Fahrzeuge in China, ein Rückgang um 51 Prozent im Vergleich zu 2016. In den Jahren 2024 und 2025 schrieb der Konzern im Reich der Mitte rote Zahlen. Doch die Wende ist geschafft: Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete GM in China einen Gewinn von 248 Millionen Dollar.

Das Joint Venture SAIC-GM besteht seit 1997 und gehört beiden Partnern jeweils zu 50 Prozent. Nach eigenen Angaben hat das Gemeinschaftsunternehmen über 20 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.

China wird zur Export-Drehscheibe für Buick und Cadillac

Hier wird es spannend für deutsche Autofahrer: GM will seine chinesischen Werke künftig als Sprungbrett für den weltweiten Export nutzen. Fahrzeuge der Marken Buick und Cadillac sollen von dort in internationale Märkte geliefert werden.

Exporte in die USA sind nicht geplant. Als erstes Premium-Modell für den internationalen Export ist der Buick Electra E7 vorgesehen, dessen weltweiter Start im Oktober anläuft. Das bedeutet: Wer in Zukunft einen Buick oder Cadillac außerhalb der USA kauft, könnte ein „Made in China“-Fahrzeug bekommen.

30 neue Elektro- und Hybridmodelle bis 2030

GM und SAIC planen bis 2030 mindestens 30 neue Elektro- und Hybridfahrzeuge. Der Fokus liegt auf den Marken Buick und Cadillac für den chinesischen Markt. Die Elektro-Marke Buick Electra, die GM im vergangenen Jahr eingeführt hat, verkaufte sich im ersten Monat nach Marktstart bereits über 10.000 Mal.

John Roth, Präsident von GM China, betont: „Wir sind auf starke Leistungen im chinesischen Markt fokussiert und sehen bedeutende Wachstumschancen in ausgewählten internationalen Märkten: dem Nahen Osten, Afrika, Südamerika, Mexiko und der Asien-Pazifik-Region.“

Was deutsche Hersteller von GM lernen können

Die GM-Strategie zeigt einen Weg aus der China-Falle: Statt sich aus dem schwierigen Markt zurückzuziehen, nutzt der US-Konzern China als Produktionsbasis mit Zugang zu lokaler Technologie, günstigeren Kosten und kürzeren Entwicklungszeiten. GM und SAIC wollen die Fahrzeugentwicklung vor Ort intensivieren, um besser auf Kundenpräferenzen eingehen zu können.

Dieser Trend greift in der Branche um sich: Auch Ford kooperiert mit Geely, Stellantis arbeitet mit Leapmotor und Dongfeng zusammen. Für deutsche Autofahrer bedeutet das: In Zukunft könnten mehr westliche Markenfahrzeuge aus China kommen, ausgestattet mit chinesischer Batterietechnologie und zu wettbewerbsfähigeren Preisen entwickelt. Ein Gamechanger, der die Autoindustrie nachhaltig verändern könnte.

Quellen: Bloomberg, WSJ, Morningstar, Handelsblatt

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