Diese Gebrauchten werden deutlich günstiger
15.9.2026, Foto: Atahan Demir/Pexels
Mehr als 100.000 Kilometer schrecken viele Gebrauchtwagenkäufer ab. Eine AutoScout24-Auswertung zeigt, dass der größere Preisrückgang bei manchen Modellen erst deutlich später kommt.
Die Marke von 100.000 Kilometern ist für viele Gebrauchtwagenkäufer eine feste Grenze. Dabei werden einige Autos kurz darüber noch kaum günstiger. Je nach Modell fällt der durchschnittliche Angebotspreis erst bei 140.000 oder 150.000 Kilometern.
AutoScout24 hat dafür Inserats- und Preisdaten ausgewählter Gebrauchtwagen von Januar bis Juli 2026 analysiert. Die Fahrzeuge wurden in Laufleistungsstufen von jeweils 10.000 Kilometern eingeteilt und mit vergleichbaren Angeboten unterhalb von 100.000 Kilometern verglichen.
BMW 520d

Foto: Tim Vegas/Unsplash
Beim BMW 520d bleiben die durchschnittlichen Angebotspreise zwischen 110.000 und 150.000 Kilometern relativ stabil. Sie bewegen sich laut AutoScout24 zwischen rund 17.800 und 18.100 Euro.
Erst bei 150.000 bis 160.000 Kilometern sinkt der Durchschnittspreis deutlich auf rund 16.600 Euro. Gegenüber vergleichbaren Angeboten unterhalb von 100.000 Kilometern beträgt der rechnerische Preisvorteil etwa 2.400 Euro.
Für die Auswertung betrachtet AutoScout24 den 520d der Generation F10/F11 nach der Modellpflege, idealerweise ab November 2014 mit dem 190 PS starken B47-Diesel. Beim Touring gehört laut unserem Ratgeber die Luftfederung an der Hinterachse auf die Checkliste. Sinkt das Heck während einer längeren Standzeit sichtbar ab, können Luftfederbälge oder Kompressor Probleme bereiten. Zudem sollte anhand der FIN geprüft werden, ob erforderliche Arbeiten am AGR-Modul erledigt wurden.
- Interessante Laufleistung: 150.000 bis 160.000 Kilometer
- Durchschnittlicher Angebotspreis: rund 16.600 Euro
- Preisunterschied: rund 2.400 Euro
- Prüfpunkte: Wartungshistorie, Luftfederung und Rückrufstatus
VW Passat Variant

Foto: Cosmin Grosu/Unsplash
Beim VW Passat Variant B8 fällt der Preisrückgang etwas früher aus. Fahrzeuge mit 140.000 bis 150.000 Kilometern werden im Durchschnitt für rund 14.100 Euro angeboten. Gegenüber vergleichbaren Angeboten unterhalb von 100.000 Kilometern ergibt sich ein Unterschied von rund 2.900 Euro.
In der nächsten Stufe von 160.000 bis 170.000 Kilometern beträgt der zusätzliche Preisrückgang nur noch rund 870 Euro. Nach den Plattformdaten liegt der größere Preissprung daher bereits bei etwa 140.000 Kilometern.
AutoScout24 betrachtet den Passat B8 vor der Modellpflege mit dem 150 PS starken 2.0 TDI der Baureihe EA288. Der Diesel gilt auch in unserem aktuellen Ratgeber grundsätzlich als zuverlässiger Allrounder. Bei hohen Laufleistungen sollten allerdings AdBlue-System, Abgasrückführung, Partikelfilter und allgemeiner Wartungszustand geprüft werden.
Bei der Automatik kommt es auf das verbaute DSG an. Das von AutoScout24 für diese Ausführung genannte DQ250 arbeitet mit Nasskupplungen und benötigt alle 60.000 Kilometer einen Ölwechsel. Bei einem Exemplar mit 140.000 Kilometern sollten daher mindestens zwei entsprechende Wartungen dokumentiert sein.
Zusätzlich verdienen Fahrwerk und Bremsen Aufmerksamkeit. Viele Passat B8 waren als Firmenwagen im Einsatz und haben entsprechend viel Strecke zurückgelegt. Verschlissene Fahrwerks- und Bremskomponenten können den rechnerischen Preisvorteil schmälern.
- Interessante Laufleistung: 140.000 bis 150.000 Kilometer
- Durchschnittlicher Angebotspreis: rund 14.100 Euro
- Preisunterschied: rund 2.900 Euro
- Prüfpunkte: DSG-Wartung, Abgasnachbehandlung, Fahrwerk und Bremsen
Toyota Auris Hybrid

Foto: Cutlass, CC0, via Wikimedia Commons
Beim Toyota Auris Hybrid sieht AutoScout24 ebenfalls ab 140.000 Kilometern ein interessantes Preisniveau. Angebote mit 140.000 bis 150.000 Kilometern kosten im Durchschnitt rund 12.900 Euro. Das sind etwa 2.800 Euro weniger als bei vergleichbaren Fahrzeugen unterhalb von 100.000 Kilometern.
Der von der Plattform betrachtete Auris Touring Sports nutzt den Toyota-Hybridantrieb mit Planetengetriebe. Beim Kauf eines Exemplars mit hoher Laufleistung sollten vor allem die hinteren Bremsen geprüft werden. Rostige Bremsscheiben sind beim Hybrid keine Seltenheit (mehr in unserem Ratgeber). Auch der Lufteinlass für die Kühlung der Hybridbatterie sollte frei und sauber sein.
- Interessante Laufleistung: 140.000 bis 150.000 Kilometer
- Durchschnittlicher Angebotspreis: rund 12.900 Euro
- Preisunterschied: rund 2.800 Euro
- Prüfpunkte: hintere Bremsen und Kühllufteinlass der Hybridbatterie
Toyota Corolla Hybrid

Foto: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Auch beim jüngeren Toyota Corolla Hybrid kann sich der Blick auf höhere Laufleistungen lohnen. AutoScout24 betrachtet Modelle ab 2019 mit 1,8- oder 2,0-Liter-Hybridantrieb. Fahrzeuge mit 140.000 bis 150.000 Kilometern werden im Durchschnitt für rund 17.000 Euro angeboten.
Gegenüber vergleichbaren Exemplaren mit 90.000 bis 100.000 Kilometern beträgt der rechnerische Preisunterschied rund 2.300 Euro. Damit fällt der Abstand zwar geringer aus als beim Auris, Passat oder Mazda 6, ist aber immer noch deutlich.
- Interessante Laufleistung: 140.000 bis 150.000 Kilometer
- Durchschnittlicher Angebotspreis: rund 17.000 Euro
- Preisunterschied: rund 2.300 Euro
- Betrachtete Varianten: 1.8 und 2.0 Hybrid
- Prüfpunkte: 12-Volt-Batterie, hintere Bremsen, Kühlung der Hybridbatterie und Wartungshistorie
Mazda 6 Kombi

Foto: Trop86, CC0, via Wikimedia Commons
Beim Mazda 6 Kombi zeigt sich der deutlichere Preisrückgang in der Laufleistungsstufe von 150.000 bis 160.000 Kilometern. Entsprechende Benziner werden laut AutoScout24 im Durchschnitt für rund 15.400 Euro angeboten. Gegenüber vergleichbaren Exemplaren mit 90.000 bis 100.000 Kilometern beträgt der rechnerische Preisunterschied rund 3.600 Euro.
Damit fällt der Preisabstand beim Mazda 6 größer aus als bei BMW 520d, VW Passat, Toyota Auris und Toyota Corolla. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jedes Angebot mit 150.000 Kilometern ein guter Kauf ist. Entscheidend bleiben Motorisierung, Wartung und technischer Zustand.
Für die Auswertung betrachtet AutoScout24 den Mazda 6 Kombi mit dem 2.0 Skyactiv-G und 165 PS oder dem 2.5 Skyactiv-G mit 192 PS. Beide sind Saugbenziner und gelten als vergleichsweise unauffällig. In unserem Ratgeber empfehlen wir Modelle ab 2017, weil Mazda bei der späteren Überarbeitung unter anderem die Geräuschdämmung verbessert hat.
Deutlich vorsichtiger wären wir beim 2.2 Skyactiv-D. Vor allem frühe Exemplare fielen durch eingelaufene Nockenwellen und Schäden am Turbolader auf. Zudem wurden häufiger gelängte Steuerketten gemeldet. Auch Achsaufhängungen, Bremsscheiben und Scheinwerfer gehören auf die Checkliste. Beim Kombi sollte außerdem geklärt werden, ob eine möglicherweise erforderliche Rückrufmaßnahme an den Gasfedern der Heckklappe erledigt wurde.
- Interessante Laufleistung: 150.000 bis 160.000 Kilometer
- Durchschnittlicher Angebotspreis: rund 15.400 Euro
- Preisunterschied: rund 3.600 Euro
- Interessante Motoren: 2.0 und 2.5 Skyactiv-G
- Prüfpunkte: Wartungshistorie, Achsaufhängungen, Bremsen und Rückrufstatus
Unsere Einschätzung
Die 100.000-Kilometer-Marke ist vor allem eine Zahl im Kopf. Wie die Auswertung zeigt, werden manche Autos kurz dahinter noch kaum günstiger. Der größere Preisrutsch kommt je nach Modell erst bei 140.000 oder 150.000 Kilometern.
Quellen: Autoscout24, Gebrauchtwagenberater







