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Audi unter Druck: Wie geht es mit Neckarsulm nach 2034 weiter?

17.9.2026, Foto: © Gebrauchtwagenberater.de

Audi und seine Schwestermarken haben im ersten Halbjahr 2026 weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Der Hersteller will effizienter werden. Zugleich ist die Fahrzeugbelegung des Werks Neckarsulm nach 2034 noch offen.

Audi will seine Strukturen verschlanken und Entscheidungen beschleunigen. Hintergrund sind ein schwieriges Marktumfeld und rückläufige Auslieferungen.

Die Markengruppe Progressive mit Audi, Bentley und Lamborghini übergab im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 736.878 Fahrzeuge an Kunden. Das waren 7,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Marke Audi allein kam auf 727.245 Auslieferungen und verzeichnete einen Rückgang von gut sieben Prozent.

China und US-Zölle belasten Audi

Die Umsatzerlöse des Audi-Konzerns sanken um 10,4 Prozent auf 29,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg leicht auf 1,1 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite verbesserte sich von 3,3 auf 3,8 Prozent.

Als Belastungen nennt Audi insbesondere den intensiven Wettbewerb in China, US-Zölle und geopolitische Unsicherheiten. Die Marke Audi lieferte im ersten Halbjahr rund 232.200 Fahrzeuge in China aus. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 287.600. In Deutschland stiegen die Auslieferungen dagegen um vier Prozent auf rund 107.600 Fahrzeuge.

Audi will Strukturen verschlanken

Vorstandschef Gernot Döllner kündigte in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen schlankere Strukturen, schnellere Abläufe und kürzere Entscheidungswege an. Kostensenkungen allein reichen seiner Darstellung zufolge nicht aus. Audi müsse zugleich sein Geschäftsmodell weiterentwickeln.

Auch in seiner offiziellen Halbjahresbilanz spricht Audi von notwendigen strukturellen Verbesserungen. Der Hersteller will seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und das Geschäftsmodell gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern neu ausrichten.

Fahrzeugproduktion nach 2034 noch offen

Besonders im Fokus steht das Werk Neckarsulm. Nach Angaben von Gernot Döllner im Interview mit der Augsburger Allgemeinen ist für die Zeit nach 2034 bislang keine Folgebelegung der Fahrzeugproduktion festgelegt. Eine Schließung des Standorts sei jedoch nicht beschlossen.

Aktuell arbeiten in Neckarsulm 15.509 Beschäftigte. Im Jahr 2025 produzierte der Standort 181.454 Fahrzeuge. Dort entstehen derzeit der Audi A5, A6, A8 und e-tron GT sowie deren Derivate.

Unabhängig von der noch offenen Fahrzeugbelegung baut Audi weitere Aufgaben am Standort aus. Neckarsulm soll sich unter anderem als Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Hochvoltbatterien profilieren. Audi erklärte im April, das Werk langfristig wettbewerbsfähig aufstellen zu wollen.

Neue Elektroautos für China

In China reagiert Audi auf den starken Wettbewerb mit einem erweiterten Elektroautoangebot. Dazu gehört die gemeinsam mit SAIC entwickelte Schwestermarke AUDI, die ohne das klassische Vier-Ringe-Logo auftritt.

Auf den E5 Sportback folgt 2026 der E7X. Ein weiteres Modell ist für 2027 angekündigt. Die Schwestermarke wurde speziell für den chinesischen Markt entwickelt.

Quellen: Audi, Augsburger Allgemeine

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