Autobauer unter Druck: 175.000 Beschäftigte protestieren
21.9.2026, Foto: Bruno/Pixabay
Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern haben sich bundesweit an rund 280 Protestaktionen beteiligt. Die IG Metall fordert von Unternehmen und Politik einen Kurswechsel.
Rund 175.000 Beschäftigte der deutschen Auto- und Zulieferindustrie haben nach Angaben der IG Metall gegen Stellenabbau, Werksschließungen und Produktionsverlagerungen protestiert. Bundesweit gab es rund 280 Aktionen, darunter Betriebsversammlungen, Kundgebungen, Demonstrationen und aktive Mittagspausen.
Beteiligt waren Beschäftigte aller großen Autohersteller sowie zahlreicher großer und kleinerer Zulieferer. Der Aktionstag stand unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag“.
Gewerkschaft macht Management mitverantwortlich
Die IG Metall führt die schwierige Lage der Branche unter anderem auf neue Konkurrenz, Veränderungen auf den Weltmärkten, verschleppte Investitionen und Fehlentscheidungen der Unternehmen zurück. Stellenstreichungen allein seien keine tragfähige Antwort auf die Probleme: Stattdessen fordert die IG Metall Investitionen in neue Produkte, Technologien und deutsche Standorte. Auch die Unternehmensstrategien müssten stärker an die veränderten Märkte angepasst werden.
Bei einer Veranstaltung im Wolfsburger Volkswagen-Werk verschärfte die Christiane Benner den Ton. Sie warf den Vorständen vor, die Branche „mit Vollgas gegen die Wand“ zu fahren. Zugleich verlangte sie von den Unternehmensführungen, mehr Verantwortung für Standorte und Arbeitsplätze zu übernehmen.
Volkswagen-Konflikt hat besondere Bedeutung
Eine besondere Rolle spielt aus Sicht der Gewerkschaft der laufende Konflikt bei Volkswagen. Dessen Ausgang könne sich auch auf andere Hersteller und Zulieferer auswirken. Veränderungen bei Volkswagen dürften nach Auffassung von Christiane Benner nicht gegen die Belegschaft durchgesetzt werden.
Die Arbeitnehmervertretung verweist außerdem darauf, dass die Volkswagen-Belegschaft bereits seit Ende 2024 einen finanziellen Beitrag geleistet habe. Nun müssten aus ihrer Sicht neue Modelle und Zukunftsprodukte folgen.
Forderungen an die Politik
Auch die Politik nimmt die Gewerkschaft in die Pflicht. Sie fordert bessere Bedingungen für Investitionen, bezahlbare Energie und einen stärkeren Schutz vor aus ihrer Sicht unfairem Wettbewerb. Darüber hinaus verlangt sie eine wirksamere europäische Förderpolitik und klare Vorgaben für Produkte aus europäischer Fertigung.
Die IG Metall setzt sich außerdem dafür ein, das Blockmodell der Altersteilzeit und die Rente nach 45 Versicherungsjahren beizubehalten. Damit soll unter anderem ein sozialverträglicherer Personalabbau möglich bleiben.
Quelle: IG Metall







