Gebrauchte E-Autos: Fehlender Batterietest schreckt Käufer ab
30.10.2026, Foto: © Gebrauchtwagenberater.de
Beim gebrauchten Elektroauto entscheidet der Akku über Reichweite, Alltagstauglichkeit und möglichen Reparaturbedarf. Trotzdem verzichten viele Händler bislang auf spezielle Prüfgeräte. Das sorgt bei Käufern für Unsicherheit.
Bei einem gebrauchten Verbrenner schauen Käufer auf Laufleistung, Wartungshistorie und Motorzustand. Beim Elektroauto kommt ein weiterer entscheidender Punkt hinzu: Wie fit ist die Hochvoltbatterie noch? Genau diese Frage lässt sich im Verkaufsprozess offenbar häufig nicht eindeutig beantworten.
Das zeigt eine Umfrage des Fahrzeugdatenanbieters CarVertical unter 84 Gebrauchtwagenhändlern in Deutschland. Demnach nennen 69 Prozent der Befragten Sorgen über die Lebensdauer des Akkus und mögliche Austauschkosten als großes Verkaufshindernis. Zweifel an der tatsächlichen Alltagsreichweite sehen 58,3 Prozent als Problem.
Viele Händler verzichten auf spezielle Batterietests
Ausgerechnet bei der Prüfung des Akkus gibt es jedoch eine deutliche Lücke. Laut der Erhebung setzen 72,6 Prozent der befragten Händler keine speziellen Geräte ein, um den Zustand der Hochvoltbatterie zu untersuchen.
Ein belastbarer Batterienachweis könnte den Verkauf erleichtern. 56 Prozent der Befragten glauben, dass ein entsprechendes Prüfwerkzeug das Vertrauen der Kunden deutlich stärken würde. 54,8 Prozent erwarten, gebrauchte Elektroautos damit schneller verkaufen zu können. Vorteile für die Preisfindung sehen 51,2 Prozent.
Akkuzustand wird ähnlich wichtig wie der Kilometerstand
Der Kilometerstand ist bei einem klassischen Gebrauchtwagen eine der wichtigsten Kennzahlen. Beim Elektroauto rückt der Zustand des Akkus daneben immer stärker in den Mittelpunkt.
In der Händlerbefragung halten 59,5 Prozent den Kilometerstand und den Batteriezustand bei der Fahrzeugbewertung für gleich wichtig. Weitere 23,8 Prozent würden dem Akku sogar mehr Gewicht geben, sofern sich sein Zustand verlässlich bestimmen lässt. Das ist nachvollziehbar: Zwei Elektroautos mit identischer Laufleistung können sich beim Batteriezustand unterscheiden.
Ein Prozentwert allein reicht nicht
Als Orientierung für den Batteriezustand wird häufig der sogenannte State of Health, kurz SoH, verwendet. Er beschreibt die noch vorhandene Kapazität im Verhältnis zum Neuzustand. Für eine fundierte Kaufentscheidung sollte ein solcher Wert jedoch nachvollziehbar ermittelt und mit weiteren Fahrzeugdaten eingeordnet werden.
Auch die angezeigte Reichweite im Cockpit ist für sich genommen kein zuverlässiger Batterietest. Sie kann unter anderem vom vorherigen Fahrprofil, der Außentemperatur, der Nutzung von Heizung oder Klimaanlage und dem aktuellen Energieverbrauch beeinflusst werden.
Käufer sollten deshalb danach fragen, wie der Batteriezustand festgestellt wurde, wann die Messung erfolgte und ob ein schriftlicher Prüfbericht vorliegt.
Quelle: CarVertical-Umfrage / AUTOHAUS







