Fake-Angebote für Gebrauchtwagen: So funktioniert die Masche
17.4.2026, Bild: Glenn Carstens-Peters auf Unsplash
Der Gebrauchtwagenmarkt ist aktuell hart umkämpft, die Preise hoch. Das wissen auch Kriminelle und haben eine fiese Masche perfektioniert: Den Betrug per E-Mail, getarnt als seriöses Schnäppchen.
Das Verbraucherportal Watchlist Internet warnt aktuell vor einer Welle von Fake-Mails, die im Namen der Sixt Car Sales GmbH verschickt werden. Die Nachrichten wirken auf den ersten Blick seriös – inklusive professionell gestalteter Kataloge und vermeintlicher Kaufunterlagen. Doch genau das ist Teil der Masche: Die Betrüger wollen Vertrauen aufbauen, um ihre Opfer zu einer Vorauszahlung zu bewegen. Ist das Geld erst überwiesen, bricht der Kontakt ab.
So gehen die Betrüger vor
Ein zentrales Merkmal der Masche ist der gezielte Aufbau von Druck. Die Täter formulieren ihre Angebote so, dass Interessenten möglichst schnell handeln – häufig ist von „kurzfristig verfügbaren“ Fahrzeugen oder angeblichen „KFZ-Abverkäufen“ die Rede. Gleichzeitig werden typische Abläufe eines seriösen Autokaufs ausgehebelt: Eine persönliche Besichtigung ist entweder gar nicht möglich oder wird mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt, etwa weil sich das Fahrzeug angeblich im Ausland befindet. Auch ein direkter Kontakt kommt nicht zustande: Telefonate werden vermieden, Rückfragen ausschließlich per E-Mail beantwortet.

Beispiel für eine Betrugs-Mail: Mit hohen Rabatten und Markenbezug versuchen Kriminelle, Vertrauen zu schaffen.
Der Sixt-Betrug ist kein Einzelfall. Bereits seit Frühjahr 2025 warnen auch Audi und Mercedes-Benz vor nahezu identischen Betrugsversuchen in ihrem Namen. Die Täter greifen dabei immer wieder auf ähnliche Methoden zurück: gefälschte Kataloge und Webseiten, kombiniert mit echten Firmennamen und Standorten. Auch Volkswagen schlug im Februar Alarm und warnte vor vergleichbaren Betrugswellen.
Checkliste gegen E-Mail-Betrug bei Gebrauchtwagen
- Zu günstig: Liegt der Preis deutlich unter dem Marktwert?
- Unpersönliche Ansprache: Wirkt die E-Mail allgemein oder wenig individuell?
- Absender prüfen: Stimmen E-Mail-Adresse und Domain mit der offiziellen Webseite überein?
- Keine Vorkasse: Niemals Geld überweisen, ohne das Auto vorher gesehen zu haben.
- Auffällige Zahlungsarten: Vorsicht bei ungewöhnlichen Forderungen, etwa Vorauszahlungen ins Ausland.
- Eingeschränkte Kommunikation: Gibt es nur E-Mail-Kontakt, keine Telefonnummer oder ausweichende Antworten?
- Zeitdruck: Aussagen wie „nur heute verfügbar“ oder „mehrere Interessenten“ sollen zu schnellen Entscheidungen drängen.
Fazit
Der Gebrauchtwagenkauf verlagert sich zunehmend ins Digitale – und genau das nutzen Betrüger gezielt aus. Professionell gestaltete E-Mails, bekannte Markennamen und vermeintliche Schnäppchenpreise wirken auf den ersten Blick seriös, entpuppen sich aber oft als Vorschussbetrug.
Für Gebrauchtwageninteressenten gilt deshalb mehr denn je: Wer Angebote hinterfragt, sich nicht unter Druck setzen lässt und auf grundlegende Sicherheitsregeln achtet, kann das Risiko deutlich reduzieren. Im Zweifel ist es immer besser, ein vermeintlich attraktives Angebot zu verpassen als am Ende viel Geld zu verlieren und ohne Auto dazustehen.
Quellen: Handelsblatt, Watchlist Internet, Auto Motor und Sport







