Günstiges E-Auto gesucht? Warum jetzt viel Geduld gefragt ist
28.7.2026, Bild: Mohamed B. / Pexels
Wer nach einem günstigen gebrauchten E-Auto sucht, sollte viel Geduld mitbringen. Fahrzeuge im Preisbereich um 20.000 Euro werden auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt zunehmend rar. Nach Beobachtungen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) ist die Nachfrage mittlerweile so hoch, dass das vorhandene Angebot vielerorts nicht mehr ausreicht.
Hohe Kraftstoffpreise als Treiber
Noch vor wenigen Jahren galten gebrauchte Elektroautos vielerorts als Ladenhüter. Reichweitenangst, Unsicherheit beim Batteriezustand und hohe Wertverluste hielten viele Käufer zurück. Inzwischen hat sich das Bild deutlich verändert. Immer mehr Autofahrer entdecken den Gebrauchtmarkt für sich, vor allem bei kleineren und preisgünstigen Modellen.
Die Zahlen der DAT verdeutlichen die Entwicklung: Allein im April wurden mehr als 40.000 batterieelektrische Gebrauchtwagen umgeschrieben. Damit lagen die Besitzwechsel erneut über den privaten Neuzulassungen von Elektroautos. Dieser Trend hält bereits seit rund anderthalb Jahren an.
Warum die Nachfrage plötzlich so hoch ist
Ein Grund sind die hohen Kraftstoffpreise. Gleichzeitig bieten gebrauchte Elektroautos einen Vorteil, der in Zeiten langer Lieferzeiten wieder wichtiger wird: Sie sind sofort verfügbar. Vor allem in kleineren Fahrzeugklassen locken die Stromer zudem mit vergleichsweise attraktiven Preisen.
Für Pendler und Stadtfahrer werden gebrauchte E-Autos dadurch zunehmend interessant. Viele Käufer stellen fest, dass für ihre täglichen Fahrten keine hohen Reichweiten nötig sind und ein gebrauchter Stromer wirtschaftlich durchaus attraktiv sein kann.
Kehrtwende beim Wertverlust
Die Verknappung zeigt direkte Auswirkungen auf die Preisentwicklung im Handel. Nach Auswertungen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) steigen die Restwerte dreijähriger Elektroautos zuletzt wieder leicht an. Der starke Preisverfall, der den Markt für gebrauchte Stromer lange Zeit geprägt hatte, schwächt sich damit zumindest vorerst ab.
Im Vergleich dazu liegen Verbrenner beim Restwert zwar nach wie vor fast zehn Prozentpunkte über den Elektrofahrzeugen, befinden sich jedoch in einer leichten Abwärtstendenz.
Flottenmarkt bringt Hoffnung
Langfristig könnte sich die angespannte Situation wieder lockern. Grund dafür ist der Anstieg bei den Neuzulassungen: Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden im ersten Halbjahr rund 368.000 reine Elektroautos neu zugelassen – ein Plus von 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil reiner E-Autos lag bei knapp 25 Prozent (zusammen mit Plug-in-Hybriden bei rund 36 Prozent).
Ein Großteil dieser Fahrzeuge dürfte in einigen Jahren auf dem Gebrauchtwagenmarkt landen. Besonders der Flottensektor spielt eine wichtige Rolle: Laut Dataforce entfielen im ersten Halbjahr 30 Prozent der Neuzulassungen im Flottenmarkt auf reine Elektroautos. Da Firmenwagen meist nach wenigen Jahren ersetzt werden, sichern sie den Nachschub an jungen Gebrauchtwagen.
Quellen: Deutschen Automobil Treuhand (DAT), Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Dataforce, t-online, 24auto







