Porsche SE fordert radikalen Umbau bei VW – nach 3 Milliarden Euro Abschreibung
7.8.2026, Bild: Clément ROY / Unsplash
Der VW-Hauptaktionär Porsche SE macht Druck: Nach 3 Milliarden Euro Abschreibungen im ersten Halbjahr fordert die Holding schnellere Maßnahmen zur Kostensenkung und Kapazitätsreduzierung.
Porsche Automobil Holding SE, die mit über 53 Prozent Hauptaktionär von Volkswagen ist, fordert vom Wolfsburger Autobauer einen beschleunigten Umbau. Die Holding machte am Freitag deutlich, dass alle Optionen geprüft werden müssten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu verbessern. Hintergrund: Porsche SE musste im ersten Halbjahr 2026 Abschreibungen von 3 Milliarden Euro auf seine VW-Beteiligung und weitere 200 Millionen Euro auf seine Porsche-Anteile verbuchen.
VW plant massiven Jobabbau
Volkswagen arbeitet bereits an einem umfassenden Sparplan für die Jahre 2025 und 2026. Teil davon ist der Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2030. Doch VW-Chef Oliver Blume hat in einem internen Memo klargemacht: Diese Maßnahmen könnten nicht ausreichen. Der Konzern habe in Verwaltung, Infrastruktur und anderen Supportfunktionen einen Kostennachteil von 20 Prozent gegenüber Wettbewerbern. Würde VW diese Lücke schließen, könnte das theoretisch weitere 50.000 Stellen betreffen. Zudem ist die Zukunft von vier deutschen Fabriken ungewiss.
Modellpalette wird halbiert
Parallel zum Stellenabbau plant Volkswagen, seine Modellpalette um bis zur Hälfte zu reduzieren und die Produktionskapazitäten weiter zu senken. Der Konzern hat zudem seine Verkaufsprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.
China-Markt bereitet Probleme
Hauptgrund für die verschärfte Lage sind die Schwierigkeiten im wichtigen China-Geschäft. Dort machen dem deutschen Autobauer neue Modelle lokaler Hersteller und ein anhaltender Preiskampf zu schaffen. Die Kombination aus sinkenden Verkaufszahlen in China und den strukturellen Kostenproblemen setzt VW massiv unter Druck.
Quellen: WSJ, Bloomberg, Morningstar







