Nissan Qashqai J12 2021-2026 Probleme und Schwachstellen
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Nissan Qashqai III: Typische Probleme und Schwachstellen

28.8.2026, Foto: Jameel Ismail/Unsplash

Der Nissan Qashqai 3 (J12) wird seit 2021 hergestellt. Im SUV-Portfolio der Japaner positioniert er sich unter dem X-Trail. Ein Facelift gab es 2024. Vorgänger ist der Nissan Qashqai II.

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Probleme beim Benziner

Einen reinen Verbrenner gibt es für den Qashqai 3 nicht mehr: Wer sich nicht für den Vollhybrid (e-Power) entscheidet, bekommt in der Basis einen Mildhybrid. Das System unterstützt den Benzinmotor beim Anfahren und soll dadurch den Kraftstoffverbrauch senken.

MotorProblemeEinschätzung
1.3 DIG-T (bis 10/2024)Brandgefahr (Rückruf)Prüfen
1.3 DIG-T (ab 11/2024)Keine bekannten ProblemeKaufen
1.5 e-Power (bis 10/2024)Brandgefahr (Rückruf)Prüfen
1.5 e-Power (ab 11/2024)Keine bekannten ProblemeKaufen

Beim Benziner selbst handelt es sich um einen 1,3-Liter-Turbo, der schon im Vorgänger zum Einsatz gekommen ist. Das Triebwerk wurde in Zusammenarbeit mit Renault entwickelt und gilt als ausgereift. Auch den Kühlmittelverlust, wie er beim Vorgänger noch häufiger vorkommt, hat das Triebwerk nicht vererbt bekommen. Allerdings ist der 1.3 DIG-T von einer großangelegten Rückrufaktion betroffen (siehe unten). Die e-Power-Variante hat einen 1,5-Liter unter der Haube, der bislang unauffällig ist.

Um die aus der Benzin-Direkteinspritzung resultierenden Probleme zumindest hinauszuzögern, empfiehlt sich vorbeugend der Einsatz von reinigenden Kraftstoff-Additiven, die in regelmäßigen Abständen beim Tanken hinzugegeben werden. Darüber hinaus kann es nicht schaden, hin und wieder Premium-Kraftstoff zu tanken, der die reinigenden Additive bereits enthält. Wichtig: Gegen Verkokungen an den Einlassventilen hilft das Additiv im Tank nicht, da der Kraftstoff dort nicht vorbeiströmt. Bei fortgeschrittenem Befall hilft nur eine mechanische Reinigung.

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Probleme beim HEV

Beim e-Power-Antrieb treibt ausschließlich der Elektromotor die Räder an, während der Benziner lediglich als Generator dient. Das sorgt zwar für ein elektrisches Fahrgefühl, bringt bei den Modellen der ersten Baujahre (2022/2023) jedoch gelegentlich Software-Abstimmungsprobleme des Fahrzeugsteuergeräts (VCM) mit sich.

Manche Besitzer berichten von spontanen Verzögerungen bei der Kraftentfaltung. Wer etwa im B-Modus mit erhöhter Rekuperation zügig anfahren möchte, erlebt hin und wieder eine kurze Denkpause, bevor der Wagen spürbar durchzieht. Beim Rangieren hakt es ebenfalls: Nach kurzen Fahrten im Rückwärtsgang nimmt das System in Einzelfällen temporär kein Gas mehr an, was gelegentlich von einer kurz aufleuchtenden ESP-Lampe begleitet wird.

Speziell für die e-Power-Varianten der Baujahre 2022 bis 2024 gibt es zudem eine herstellerspezifische Serviceaktion (Code PG5CA) für das Batteriemanagementsystem. Eine fehlerhafte Softwarelogik konnte hier ein Schutzprotokoll auslösen und den Wagen unvermittelt in den Notlauf versetzen.

Probleme beim Getriebe

Zur Auswahl stehen ein 6-Gang-Schaltgetriebe sowie eine stufenlose Automatik. Bei Letzterer handelt es sich genauer um das CVT-Getriebe „Xtronic“ aus dem Hause Nissan und ist nur für den Mildhybriden erhältlich. Im Vorgänger war es nicht für sein hohes Maß an Zuverlässigkeit bekannt, modellübergreifend sind sogar zahlreiche Fälle von Getriebeschäden bekannt geworden. 

Mittlerweile hat sich die Lage aber beruhigt: Das Getriebe ist jetzt ausgereifter und bereitet deutlich weniger kostspieligen Ärger. In Foren wird hauptsächlich von Ruckeln bei Gaswegnahme berichtet, der vornehmlich im Stadtverkehr wahrgenommen werden kann. Des Weiteren wird das Start-Stopp-Verhalten als unharmonisch empfunden, da es recht früh beim Ausrollen anspringt und beim Lösen der Bremse zu einem Ruck führt. Die meisten Besitzer behelfen sich damit, die Start-Stopp-Automatik einfach auszuschalten.

Die Komfortprobleme sollen mit einem Software-Update für das Getriebe zumindest teilweise zu beheben sein.

TÜV & ADAC

Im TÜV-Report ist der J12 noch nicht mit dabei, dafür aber in der ADAC-Pannenstatistik – leider mit durchwachsenen Ergebnissen. So liegt das Zulassungsjahr 2022 noch im Mittelfeld, während die 2023er schon im unteren Mittelfeld rangieren.

Rückrufe

Der mit Abstand größte Rückruf betrifft die Kraftstoffleitung im Motorraum bei Fahrzeugen aus dem Produktionszeitraum vom 4. Mai 2021 bis zum 17. Oktober 2024 (KBA-Referenznummer 15667R, Hersteller-Code PG5C6). Eine ungünstig verlegte Halteklammer kann an der Kraftstoffleitung scheuern, wodurch Benzin austreten und Brandgefahr entstehen kann. In der Vertragswerkstatt wird die Leitung daher überprüft und je nach Abnutzungsgrad mit einer Schutzhülle versehen oder komplett ersetzt.

Bei Modellen, die zwischen dem 6. Mai 2021 und dem 27. September 2022 vom Band liefen, kam es zu Problemen mit dem Assistenzsystem „ProPILOT“. Die im Lenkradkranz verbaute Sensorik zur Hände-Erkennung verarbeitete Fehlsignale, was zu grundlosen Warnungen oder spontanen Systemabschaltungen führte. Nissan löste das Problem im Rahmen einer Rückrufaktion durch den Austausch der Lenkradeinheit.

Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt

Lang ist der Qashqai noch nicht auf dem Markt, die Preise sind aber schon kräftig gefallen: Die günstigsten Exemplare fangen bei etwa 16.500 Euro an.

Fazit

Der Nissan Qashqai J12 hat im Vergleich zum Vorgänger einen spürbaren Qualitätssprung gemacht. Der solide 1.3-Liter-Benziner gilt als ausgereift und auch die anfällige Xtronic-Automatik hat ihre größten Kinderkrankheiten abgelegt. Allerdings sollte man genau prüfen, ob alle Rückrufaktionen durchgeführt wurden.

Für unsere Recherche durchforsten wir das gesamte Netz, vergleichen Informationen und werten sie nach bestem Wissen und Gewissen aus. Wo möglich, lassen wir auch unsere eigenen Erfahrungen mit dem jeweiligen Modell einfließen. Sollte uns ein Fehler unterlaufen, kannst du uns gerne kontaktieren.

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