Nissan Qashqai Probleme Krankheiten
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Nissan Qashqai – Typische Probleme & Krankheiten


Qashqai I (J10) | 2006 – 2013

Nissan Qashqai I J10
OSX, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Nissan Qashqai I (J10) ist ein Kompakt-SUV, welcher von 2006 bis 2013 produziert wurde. Ein Facelift erfolgte im Frühjahr 2010.

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Typische Probleme beim 1.6- und 2.0-Benziner

Die Auswahl an Benzinern beschränkt sich auf den von Nissan eigens entwickelten 1.6-Liter (HR16DE) mit 114 PS bzw. 117 PS sowie den Zweiliter (MR20DE) mit 141 PS. Ersterer bereitet bei regelmäßiger Wartung grundsätzlich keine Probleme, ist jedoch mit dem Gewicht des Fahrzeugs die meißte Zeit überfordert.

Der 2.0 hat gelegentlich mit der Steuerkette zu kämpfen, welche sich längen und schlimmstenfalls zu einem Motorschaden führen kann.

Weiterhin fällt beim 2.0 der Ölverbrauch relativ hoch aus und ist meistens auf eine defekte Kurbelgehäuseentlüftung, in einigen Fällen auf verschlissene Ventilschaftdichtungen zurückzuführen.

Typische Probleme beim Diesel

Bei den von Renault stammenden Selbstzündern 1.5 dCi (K9K), 1.6 dCi (R9M) und 2.0 dCi (M9R) sollte auf den Zustand der Injektoren sowie der Hochdruckpumpe geachtet werden. Bei älteren 2.0-dCi-Modellen mit Automatikgetriebe kam es in einigen Fällen zu teuren Pleuellagerschäden.

Sollte die Anschaffung eines Diesels mit hoher Laufleistung im Raum stehen, ist es nicht verkehrt, etwas Geld für den eventuellen Austausch des Zweimassenschwungrads sowie die Instandsetzung des Turboladers zur Seite zu legen.

Worauf es grundsätzlich vor dem Kauf eines Diesels zu achten gilt und ob es sich überhaupt lohnt, einen anzuschaffen, kann in unserem Ratgeber nachgelesen werden.

Schwachstellen beim Getriebe

Das manuelle Schaltgetriebe ist für seine hakelige Schaltung bekannt. Besonders beim 5-Gang-Getriebe, welches nur in Verbindung mit dem 1.6-Liter-Benziner erhältlich ist, lässt sich der zweite Gang oft nur mit Gewalt einlegen – Grund hierfür ist ein defekter Synchronring. Daneben gehört die Kupplung zu den verschleißfreudigeren Bauteilen und muss öfter getauscht werden.

Für den 2.0 Benziner war ein stufenloses CVT-Getriebe optional erhältlich. Schwachstelle ist hier der Getriebeölkühler, welcher mit der Zeit undicht werden kann. Bleibt der hieraus resultierende Ölverlust unbemerkt, kann es schlimmstenfalls zu einem Getriebeschaden kommen.

Die sechsstufige Wandlerautomatik bleibt dem 2.0 dCi vorbehalten. Probleme bereitet diese in der Regel keine, sofern der typisch höhere Verbrauch nicht als problematisch angesehen wird.

Um die Haltbarkeit des Getriebes zu verlängern, empfiehlt es sich außerdem, eine Getriebespülung durchführen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Wandlerautomatik als auch für das CVT-Getriebe.

Mängel am Fahrwerk

Besonderes Augenmerk sollte auf das Fahrwerk gelegt werden. So schlagen die Spurstangenköpfe häufiger aus, dazu gesellen sich gerissene Achsmanschetten sowie ein vorzeitiger Verschleiß der vorderen Stoßdämpfer.

Laut dem TÜV-Report wird der hohe Verschleiß von Bremsscheiben bemängelt, derweil führt eine mangelhafte Beleuchtung sowohl vorne als auch hinten zur Verweigerung der Plakette. In der ADAC-Pannenstatistik schlägt sich der Qashqai I durchschnittlich.

Sonstige Schwachstellen

Die Materialqualität im Innenraum gehört nicht zu den Stärken des Qashqai I: Knarzende Sitze und Hartplastik an praktisch jeder erdenklichen Stelle sind Dinge, mit denen man sich zufrieden geben muss.

Hin und wieder spinnen die Parksensoren, an der Heckklappe halten die Gasfedern nicht sonderlich lange. Daneben kann sich Rost am Unterboden bilden.

J10 Heck (Bild: Fred Heap auf Unsplash)

Unser Tipp: 2.0 Benziner mit Schaltgetriebe

Wie immer gilt es sich nach einem Facelift-Modell umzuschauen, bei dem ein Großteil der Kinderkrankheiten bereits beseitigt wurde. Was die Haltbarkeit der Motoren anbelangt, braucht man sich weder beim Benziner noch beim Diesel allzu viele Gedanken zu machen, sofern ein gepflegtes Scheckheft mit nachvollziehbaren Einträgen vorgelegt werden kann.

Die Preise für einen gebrauchten Nissan Qashqai I fangen in den gängigen Gebrauchtwagenbörsen bei rund 3.500 Euro an. Für ein Facelift-Modell mit guter Ausstattung und Allradantrieb wird bis zu 16.000 Euro verlangt.

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Qashqai II (J11) | 2013 – 2021

Nissan Qashqai II J11
Vauxford, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die zweite Generation des Nissan Qashqai (J11) wurde von 2013 bis 2021 produziert. Ein Facelift gab es im März 2017.

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Enorme Probleme beim 1.2 DIG-T

Im Gegensatz zum Vorgänger werden im Qashqai II auch die Benzinmotoren von Renault bereitgestellt. Den Anfang machte das Basismodell 1.2 DIG-T mit 115 PS, 2015 stoß der 163 PS starke 1.6 DIG-T hinzu.

Während Letzterer hinsichtlich der Zuverlässigkeit relativ unauffällig ist, sorgt der 1.2-Liter mit zahlreichen Fällen gelängter Steuerketten für teure Werkstattaufenthalte. Ursächlich hierfür ist ein enorm hoher Ölverbrauch, welcher wiederum durch defekte Kolbenringe ausgelöst wird.

Durch den immer weiter sinkenden Ölstand wird der Kettenspanner in seiner Funktion gestört, die Folge ist ein erhöhter Verschleiß der Steuerkette und ein sich dadurch anbahnender Motorschaden. Symptome sind neben dem hohen Ölverbrauch eine laut schlagende bzw. rasselnde Kette beim (Kalt-)Start und Lastwechsel.

Betroffen sind Modelle mit der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) SJN*E*J11U1000001 bis SJN*E*J11U1924450. Im Oktober 2018 wurde der 1.2 DIG-T durch den deutlich zuverlässigeren 1.3 DIG-T abgelöst.

Durch die Benzin-Direkteinspritzung werden die DIG-T-Motoren mit verkokten Einspritzdüsen und Kohleablagerungen im Ansaugtrakt zu kämpfen haben. Um die hieraus resultierenden Probleme (Leistungsverlust, höherer Verbrauch, etc.) zumindest hinauszuzögern, empfiehlt sich vorbeugend der Einsatz von reinigenden Kraftstoff-Additiven, welche in regelmäßigen Abständen beim Tanken hinzugegeben werden.

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Sonstige Schwachstellen

Die Starterbatterie der Marke FIAMM entlädt sich relativ schnell und muss häufiger getauscht werden, später wurden langlebigere Batterien der Marke VARTA verbaut.

Das Infotainment-System „Connect 3“ ist generell sehr fehleranfällig und ohne die zahlreichen Software-Updates nur bedingt zu gebrauchen. Bei älteren Modellen (bis ca. 2014) kann sich Rost an der Heckklappe bilden.

Laut dem TÜV-Report schneidet der Qashqai II besser als sein Vorgänger ab. Bemängelt werden weiterhin die Scheinwerfer, in der ADAC-Pannenstatistik fallen die Modelljahre 2017 und 2018 besonders negativ auf.

J11 Cockpit (Bild: © Gebrauchtwagenberater.de)

Rückrufe

Der Nissan Qashqai II ist von einigen großangelegten Rückrufaktionen betroffen.

Laut dem KBA kann sich bei Modellen aus dem Produktionszeitraum 15. Juli 2013 bis 17. Oktober 2014 die Anhängerkupplung lösen. Bei Modellen mit CVT-Getriebe, die vom 20. Juli 2013 bis 21. Juli 2014 vom Band gelaufen sind, kann es aufgrund von Drehzahlschwankungen zu Antriebsverlust kommen.

Beim Dieselmodell 1.6 dCi mit Handschaltung aus dem Produktionszeitraum 1. November bis 15. April 2015 kann es passieren, dass das Getriebe in einem bestimmten Gang hängen bleibt. Weiterhin kann der Radkastenschutz die Bremsschläuche aufscheuern, betroffen sind 64.938 Qashqai-Modelle aus den Jahren 2013 bis 2016.

Der Notbremsassistent kann sich aufgrund eines Software-Fehlers plötzlich einschalten, hiervon sind Modelle aus dem Produktionszeitraum 8. November 2016 bis 5. Juni 2019 betroffen.

Unser Tipp: 1.7 dCi mit Allradantrieb

Auch beim Qashqai II gilt die bisherige Devise, sich nach einem jüngeren Modell umzuschauen. Um den 1.2 DIG-T sollte aufgrund der Steuerketten-Problematik ein großer Bogen gemacht werden. Empfehlenswert sind die mittlerweile sehr ausgereiften Dieselmodelle.

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Qashqai III (J12) | Seit 2021

Nissan Qashqai III J12
Alexander Migl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bislang unauffällig

Die dritte und aktuellste Generation des Nissan Qashqai (J12) wird seit 2021 produziert. Nennenswerte Probleme sind bislang keine bekannt geworden.


Beitragsbild: Matthijs Waanders auf Unsplash

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