Mercedes-Benz M111 Probleme und Haltbarkeit
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Mercedes M111: Typische Probleme & Haltbarkeit


Der M111 ist ein von Mercedes-Benz entwickelter Vierzylinder-Benzinmotor, welcher 1992 auf den Markt gekommen ist und erstmals in der C-Klasse W202 zum Einsatz kam. Das Triebwerk wurde als klassischer Saugbenziner und mit Kompressoraufladung angeboten.

Die Steuerzeiten werden über eine robuste Duplex-Steuerkette gesteuert, zwecks Verbrauchs- und Leistungsoptimierung verfügt die Baureihe außerdem über eine variable Nockenwellenverstellung auf der Einlassseite. Im Jahr 2000 wurde der M111 technisch überarbeitet und um das Kürzel „EVO“ ergänzt (M111 EVO). Nachfolger ist der M271.

Bilder: © Gebrauchtwagenberater.de

Die Schwachstellen des M111

Der M111 genießt den Ruf, so gut wie unzerstörbar zu sein. Gänzlich problemlos ist dieser Motor allerdings nicht. Im Folgenden gehen wir auf die gängigsten Schwachstellen der Baureihe ein.

Öl im Kabelbaum

Der Magnetschalter des Nockenwellenverstellers wird über die Jahre undicht. Dies kann dazu führen, dass durch den Kapillareffekt der Kabelbaum sich mit Öl vollsaugt, welches bis zum Motorsteuergerät vordringen und dort einen Schaden anrichten kann.

Zwar muss es nicht zwangsläufig zur Schädigung des Motorsteuergeräts kommen, jedoch erhöht sich das Risiko mit jedem zusätzlichen Tropfen Öl. Die Schwachstelle lässt sich aber mit einem sog. Öl-Stopp-Kabel beheben, welches für kleines Geld zu kaufen und schnell eingebaut ist (Teilenummer: A2711502733). Um den Ölverlust im Bereich des Nockenwellenverstellers zu stoppen, empfiehlt es sich außerdem, das Magnetventil gleich mit auszuwechseln.

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Defekte Zylinderkopfdichtung

Eine weitere, typische Schwachstelle des M111 ist seine Zylinderkopfdichtung. Diese wird über die Jahre undicht und das gerne schon bei einer Laufleistung von rund 150.000 Kilometern. Ein Defekt kündigt sich in der Regel mit Kühlmittelverlust an.

Defekter Kompressor

Bei der aufgeladenen Motorvariante des M111 kommt ein Kompressor der Marke Eaton zum Einsatz (M62, M45 im EVO), welcher in der Regel auch einwandfrei funktioniert. Da jedoch viele Motoren dieser Baureihe schon sehr hohe Laufleistungen aufweisen, ist damit zu rechnen, dass die Verschleißgrenze des Kompressors irgendwann erreicht ist (liegt bei ca. 250.000 km) und ein neues bzw. generalüberholtes Teil her muss.

Undichter Kraftstoffdruckregler

Gelegentlich kommt es vor, dass der Kraftstoffdruckregler undicht wird. Ein typisches Symptom hierfür ist ein sich im Innenraum breitmachender Benzingeruch, den man vor allem nach längeren Fahrten anfängt wahrzunehmen. Überprüfen kann man das ganz leicht, indem man die Motorhaube aufmacht und sich den Kraftstoffdruckregler, der auf der Einspritzleiste sitzt, bei laufendem Motor anschaut. Ist dieser undicht, wird mit aller Wahrscheinlichkeit Benzin vom Regler heruntertropfen.

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Nockenwellenversteller klackert

Der Nockenwellenversteller im M111 neigt dazu, beim Kaltstart ein Klackern von sich zu geben (klingt ähnlich wie in diesem Youtube-Video). Das Geräusch tritt meistens beim Kaltstart des Motors auf und kann schnell mit einer rasselnden Steuerkette verwechselt werden. Während Letzteres auf einen sich anbahnenden Motorschaden hindeutet, ist das Klackern des Nockenwellenverstellers aber harmlos und kann ignoriert werden.

Fazit

Der M111 ist ein Bollwerk der Zuverlässigkeit und bei regelmäßiger Wartung kaum kaputt zu kriegen. Sofern die oben genannten Schwachstellen bei der Besichtigung des Fahrzeugs nicht ins Auge fallen sollten und der Wagen insgesamt einen guten Eindruck macht, kann getrost zu jedem Daimler mit diesem Motor gegriffen werden. Wer auf maximale Haltbarkeit aus ist, sollte zu einer nicht aufgeladenen Variante greifen, da diese in der Regel weniger geprügelt wurden.


Technische Daten zum M111

BaureiheHubraumLeistungDrehmomentEinführung
M111 E181.799 cm³90 kW (122 PS) / 5.500 UPM170 Nm / 4.200 UPM1993
M111 E181.799 cm³90 kW (122 PS) / 5.500 UPM170 Nm / 3.700 UPM1997
M111 E201.998 cm³95 kW (129 PS) / 5.100 UPM186 Nm / 3.600 UPM1996
M111 E201.998 cm³100 kW (136 PS) / 4.000 UPM190 Nm / 4.000 UPM1992
M111 E201.998 cm³100 kW (136 PS) / 4.000 UPM190 Nm / 3.700 UPM1997
M111 E20 ML1.998 cm³132 kW (180 PS) / 5.400 UPM250 Nm / 2.500 – 4.800 UPM1995
M111 E20 ML1.998 cm³137 kW (186 PS) / 5.400 UPM270 Nm / 2.500 – 4.800 UPM1996
M111 E222.199 cm³110 kW (150 PS) / 5.400 UPM210 Nm / 4.000 UPM1992
M111 E232.295 cm³105 kW (143 PS) / 5.000 UPM210 Nm / 4.000 UPM1996
M111 E232.295 cm³105 kW (143 PS) / 5.000 UPM215 Nm / 3.500 UPM1999
M111 E232.295 cm³110 kW (150 PS) / 5.400 UPM220 Nm / 3.700 UPM1995
M111 E232.295 cm³110 kW (150 PS) / 5.400 UPM220 Nm / 3.800 UPM1995
M111 E23 ML2.295 cm³142 kW (193 PS) / 5.300 UPM280 Nm / 2.500 – 4.800 UPM1995

Technische Daten zum M111 EVO

BaureiheHubraumLeistungDrehmomentEinführung
M111 E20 EVO1.998 cm³95 kW (129 PS) / 5.500 UPM185 Nm / 3.500 UPM2000
M111 E20 ML EVO1.998 cm³120 kW (163 PS) / 5.500 UPM230 Nm / 2.500 – 4.800 UPM2000
M111 E23 ML EVO2.295 cm³144 kW (197 PS) / 5.500 UPM280 Nm / 2.500 – 5.000 UPM2000

Beitragsbild: Chris1287, Public domain, via Wikimedia Commons

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