Mercedes M271 Probleme und Schwachstellen
Mercedes-BenzMotorRatgeber

Mercedes M271: Typische Probleme & Haltbarkeit


Der M271 ist ein von Mercedes-Benz entwickelter Vierzylinder-Benzinmotor, welcher von 2002 bis 2015 in Untertürkheim bei Stuttgart vom Band lief. Das Triebwerk debütierte in der Mercedes C-Klasse (W203) und wurde später auch in der E-Klasse sowie in anderen, volumenschwächeren Modellen eingesetzt. 

Im Vergleich zum Vorgänger, den M111, verfügt der M271 sowohl auf der Einlass- als auch auf der Auslassseite über eine variable Nockenwellenverstellung. Zudem wurde die Duplex-Steuerkette durch eine Simplexkette ersetzt. Geblieben ist die Saugrohreinspritzung, nur bei Modellen mit dem Zusatz CGI („Charged Gasoline Injection“, z.B. C 200 CGI) wurde die Gemischaufbereitung zugunsten der Benzin-Direkteinspritzung umgestellt. Die Aufladung erfolgt über einen neuentwickelten Kompressor, welcher in allen Varianten der Baureihe zum Einsatz kommt und damit das Ende der Vierzylinder-Saugmotoren bei Daimler besiegelte.

2009 wurde der M271 technisch überarbeitet und um das Kürzel „EVO“ ergänzt (M271 EVO). Die größte Neuerung betraf die Motoraufladung, welche nicht mehr über einen Kompressor, sondern über einen Abgasturbolader erfolgt. Bei der Steuerkette erfolgte eine Umstellung auf eine Zahnkette (vorher Rollenkette), zudem trennte sich Daimler endgültig von der Saugrohreinspritzung.

Bild Links: Kev22, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons; Bild Rechts: Chris1287, CC0, via Wikimedia Commons

Die Schwachstellen des M271

Während das M271-Aggregat hinsichtlich der Leistung und dem Verbrauch überzeugen kann, lässt das Triebwerk in puncto Haltbarkeit einiges zu wünschen übrig. Dabei gibt es gleich mehrere Schwachstellen zu beachten, die schlimmstenfalls einen wirtschaftlichen Totalschaden zur Folge haben können. Im Folgenden gehen wir auf die bekanntesten Probleme des M271 ein.

Gelängte Steuerkette

Die Steuerzeiten werden nicht mehr wie beim Vorgänger über eine Duplex-Rollenkette gesteuert. Stattdessen kommt eine Simplex-Rollenkette zum Einsatz, die hinlänglich dafür bekannt ist, durch eine vorzeitige Längung einen kapitalen Motorschaden zu verursachen. Grund hierfür ist in der Regel ein defekter Kettenspanner, wobei der Verschleiß durch späte bzw. ausbleibende Ölwechsel beschleunigt wird.

Die lange Produktionsdauer des M271 lässt vermuten, dass diese Schwachstelle im Laufe der Jahre beseitigt wurde. Tatsächlich blieb die Steuerkette jedoch bis zum Schluss ein Thema, sodass selbst beim M271 EVO trotz eines modifizierten Kettentriebs mit einer vorzeitigen Längung gerechnet werden kann.

Bei der Besichtigung des Fahrzeugs ist deshalb unbedingt darauf zu achten, ob beim Motorstart (am besten kalt) und Lastwechsel klackernde bzw. rasselnde Geräusche zu hören sind. Ist dies der Fall, wird die Kette vermutlich schon gelängt sein und ein Motorschaden könnte kurz bevorstehen.

Verschlissene Nockenwellenversteller

Ist die Steuerkette erst einmal hinüber, müssen nicht selten die Kettenräder der Nockenwellenversteller mit ausgetauscht werden, deren Zähne sich aufgrund von Materialschwäche vorzeitig abnutzen. Tritt dieser Fall ein, kann die Kette leicht überspringen und einen Motorschaden verursachen.

Sollte sich also beim Wechsel der Steuerkette herausstellen, dass die Zähne Verschleißerscheinungen haben, ist ein vorbeugender Austausch der Nockenwellenversteller empfehlenswert.

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Öl im Kabelbaum

Weiterhin werden die Magnetschalter der Nockenwellenversteller über die Jahre undicht. Dies kann dazu führen, dass durch den Kapillarefekt der Kabelbaum sich mit Öl vollsaugt, welches bis zum Motorsteuergerät vordringen und dort einen Schaden anrichten kann. Der M271 EVO ist hiervon nicht betroffen.

Zwar muss es nicht zwangsläufig zur Schädigung des Motorsteuergeräts kommen, jedoch erhöht sich das Risiko mit jedem zusätzlichen Tropfen Öl. Die Schwachstelle lässt sich aber mit einem sog. Öl-Stopp-Kabel beheben, welches für kleines Geld zu kaufen und schnell eingebaut ist (Teilenummer: A2711502733). Da der M271 zwei Nockenwellenversteller hat, werden auch zwei Öl-Stopp-Kabel benötigt. Um den Ölverlust im Bereich der Nockenwellenversteller zu stoppen, empfiehlt es sich außerdem, die Magnetventile gleich mit auszuwechseln.

Motor Nockenwellen-Einsteller, Magnet-Kabelbaum 2711502733 / A2711502733, ein Paar
  • Original-Ersatzteil-Nummer: 271 150 27 33; 2711502733; A 271 150 27 33; A2711502733.
  • Der Artikel ist passend für: Mercedes W203 C-Class; W204 C-Class; C209 A209 CLK; W211 E-Class; W212 E-Class; R171 SLK; 906 sprinters.
PIERBURG 7.06117.24.0 Zentralmagnet, Nockenwellenverstellung
  • PIERBURG 7.06117.24.0 Zentralmagnet, Nockenwellenverstellung
  • Herkunftsland:- Deutschland

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Rußbildung im Ansaugtrakt und an den Ventilen

Durch die Benzin-Direkteinspritzung werden der M271 EVO sowie die älteren M271-Aggregate, die in den CGI-Modellen eingesetzt wurden, mit verkokten Einspritzdüsen und Kohleablagerungen im Ansaugtrakt zu kämpfen haben. Um die hieraus resultierenden Probleme (Leistungsverlust, höherer Verbrauch, etc.) zumindest hinauszuzögern, empfiehlt sich vorbeugend der Einsatz von reinigenden Kraftstoff-Additiven, die in regelmäßigen Abständen beim Tanken hinzugegeben werden.

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Fazit

Der M271 stellt in vielerlei Hinsicht eine Abkehr von der gewohnten Qualität dar, für die Mercedes-Benz sonst bekannt ist. Wer sich auf ein Modell mit diesem Motor einlässt, sollte darauf achten, dass zumindest das Scheckheft keine Lücken aufweist. Bestenfalls wurde die Steuerkette samt dem Kettenspanner und der Gleitschiene aber bereits getauscht.

Falls nicht, empfiehlt es sich, dies nach dem Kauf möglichst zeitnah zu erledigen. Zudem bietet der Hersteller die Möglichkeit an, mithilfe eines Messkettenspanners zu ermitteln, ob es bereits zu einer Längung gekommen ist und ob diese noch im Normbereich liegt. Weiterhin sollte über den Abschluss einer Reparaturkostenversicherung nachgedacht werden, um im Fall der Fälle nicht alleine auf den Werkstattkosten sitzen zu bleiben.


Technische Daten zum M271

BaureiheHubraumLeistungDrehmomentEinführung
M 271 E 18 ML red.1.796 cm³105 kW (143 PS) / 5.200 UPM220 Nm / 2.500 – 4.200 UPM2002
M 271 E 18 ML1.796 cm³120 kW (163 PS) / 5.500240 Nm / 3.000 – 4.000 UPM2002
M 271 DE 18 ML1.796 cm³125 kW (170 PS) / 5.500 UPM250 Nm / 3.500 UPM2003
M 271 E 18 ML1.796 cm³135 kW (184 PS) / 5.500250 Nm / 2.800 – 5.000 UPM2007
M 271 E 18 ML /11.796 cm³141 kW (192 PS) / 5.800 UPM260 Nm / 3.500 – 4.000 UPM2002

Technische Daten zum M271 EVO

BaureiheHubraumLeistungDrehmomentEinführung
M 271 DE 18 AL red.1.796 cm³115 kW (156 PS) bei 5.000 UPM250 Nm bei 1.600 – 4.200 UPM2009
M 271 DE 18 AL1.796 cm³135 kW (184 PS) / 5.250 UPM270 Nm / 1.800 – 4.600 UPM2009
M 271 DE 18 AL1.796 cm³150 kW (204 PS) bei 5.500 UPM310 Nm / 2.000 – 4.300 UPM2009

Beitragsbild: Kev22, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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