Ford Focus MK4: Typische Probleme und Rückrufe
2.8.2026, Beitragsbild: Joern Florian / Pixabay
Die vierte und vorerst letzte Generation des Ford Focus wurde von 2018 bis 2025 hergestellt. Angeboten wurde der Kompaktwagen als Schrägheck und als Kombi (Turnier). Ein Modellpflege erfolgte im Oktober 2021, die einige kosmetische Änderungen mit sich brachte. Vorgänger ist der Focus MK3. Unsere Eindrücke vom Ford Focus MK4 haben wir in unserem Fahrbericht geschildert.

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Probleme beim Benziner

Bild: © Gebrauchtwagenberater.de
Die Benziner-Palette des Focus MK4 besteht aus den Dreizylinder-Modellen 1.0 EcoBoost (85, 100, 125, 155 PS) und 1.5 EcoBoost (150, 182 PS). Einen Vierzylinder gibt es weiterhin für das Top-Modell Focus ST.
| Motor | Probleme | Einschätzung |
|---|---|---|
| 1.0 EcoBoost | Keine Probleme bekannt | Kaufen |
| 1.5 EcoBoost | Keine Probleme bekannt | Kaufen |
| 2.3 EcoBoost ST | Keine Probleme bekannt | Kaufen |
Hinsichtlich der Zuverlässigkeit bereiten die Benziner grundsätzlich keine Probleme. Grund hierfür ist, dass die Steuerzeiten des EcoBoost-Motors nicht mehr mit einem Zahnriemen, sondern einer wartungsarmen Steuerkette gesteuert werden. Ein Öl-Zahnriemen kommt zwar immer noch zum Einsatz, nur treibt er jetzt die Ölpumpe an.
Auch beim 2,3-Liter im Focus ST brennt in der Regel nichts an, solange man auf die Wartung achtet. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Ford aus seinen Fehlern gelernt hat und die EcoBoost-Baureihe endlich ausgereift ist.
Um die aus der Benzin-Direkteinspritzung resultierenden Probleme zumindest hinauszuzögern, empfiehlt sich vorbeugend der Einsatz von reinigenden Kraftstoff-Additiven, die in regelmäßigen Abständen beim Tanken hinzugegeben werden. Darüber hinaus kann es nicht schaden, hin und wieder Premium-Kraftstoff zu tanken, der die reinigenden Additive bereits enthält.
- ✅ Langlebigkeit des Motors: Bei regelmäßiger Anwendung wird eine kontinuierliche Sauberkeit der Einspritzdüsen gewährleistet und die Motorleistung über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.
- ✅ Einfache Anwendung: Geben Sie beim Tanken den Motorsystemreiniger in Ihren Kraftstofftank. Bei regelmäßiger Anwendung können Sie eine nachhaltige Verbesserung der Motorleistung sowie ein geringeres Motorgeräusch feststellen. Dieses kann zu einer längeren Lebensdauer Ihres Fahrzeugs beitragen.
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Probleme beim Diesel
Bei den Dieseln handelt es sich um die Modelle 1.5 EcoBlue (95, 115, 120 PS), 2.0 EcoBlue 150 PS) und 2.0 EcoBlue ST (190 PS).
| Motor | Probleme | Einschätzung |
|---|---|---|
| 1.5 EcoBlue | Probleme mit der Steuerkette, Schaden am DPF | Prüfen |
| 2.0 EcoBlue | Zahnriemen im Ölbad, Schaden am DPF | Prüfen |
Unabhängig von der Motorisierung ist auf die typischen Diesel-Schwachpunkte zu achten, die vor allem bei hohen Laufleistungen oder extremem Kurzstreckenverkehr zum Vorschein kommen. Hierzu zählen insbesondere:
Defekter DPF
Die größte Schwachstelle aller modernen Selbstzünder von Ford ist der Dieselpartikelfilter (DPF). Laut ADAC liegt das Problem in einer zu hohen Temperatur beim Freibrennen des Filters, die sich auf die Leistungsfähigkeit auswirkt und einen Schaden anrichten kann. Dies führt bei der Abgasuntersuchung dazu, dass der Grenzwert der Partikelkonzentration überschritten wird. Dadurch wird die Hauptuntersuchung nicht bestanden und die Plakette verweigert.
Abhilfe schafft ein Software-Update, das im Rahmen einer Rückrufaktion seitens Ford aufgespielt wird. Vorher haben viele Besitzer den DPF bereits teuer ersetzen lassen. Ob sich Ford kulant zeigt und die Kosten hierfür übernimmt, ist vom Einzelfall abhängig.
Schwachstellen beim 1.5 EcoBlue
Ansonsten bleibt die Frage, ob einem Leistung oder Haltbarkeit wichtiger ist. Grundsätzlich sind beide Motoren vom DPF-Problem betroffen, der 1.5 EcoBlue hat aber gegenüber dem 2.0er einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Bis August 2020 hat er kein AdBlue (das sind alle Modelle mit Euro 6d-TEMP). Damit wäre ein potenziell kostspieliger Schwachpunkt vom Tisch, zumindest wenn man sich für ein älteres Exemplar interessiert.
An dieser Stelle ist noch erwähnenswert, dass der 1.5er aus dem Hause PSA stammt und sowohl einen Zahnriemen als auch eine Steuerkette hat. Letztere macht in einigen Peugeot-Modellen Probleme, da sie zu schwach ausgelegt ist und reißen kann. Hierfür gab es seitens Peugeot bereits einen Rückruf. Ford hat bislang noch keinen Rückruf gestartet, allerdings machen in einschlägigen Foren Einzelfälle bereits die Runde.
Schwachstellen beim 2.0 EcoBlue
Während die Benziner endlich (weitestgehend) frei vom Zahnriemen im Ölbad sind, hat der 2.0 EcoBlue hiermit immer noch zu tun. Wer die Wartungsintervalle penibel einhält, wird wahrscheinlich keine Probleme damit bekommen. Am wichtigsten ist es, das richtige Motoröl zu verwenden.
Probleme mit dem Automatikgetriebe
Bei der Automatik handelt es sich um eine Wandlerautomatik mit acht Gängen. Sie ist grundsätzlich zuverlässig, von Getriebeschäden liest und hört man eher selten. Berichtet wird dagegen von unsauberen Schaltvorgängen, außerdem scheint das Getriebe träge zu sein. Bei der Probefahrt sollte man also auf solche Dinge achten. Besser als der unrühmliche Vorgänger „Powershift“ ist sie aber allemal.
Sonstige Schwachstellen
Zu Beginn der Baureihe gab es jede Menge Ärger mit der Elektronik. So häuften sich Meldungen über nicht funktionierende Parksensoren, außerdem bereitete das Infotainment-System „Sync 3“ viel Ärger.
Daneben sorgten entladene Starterbatterien für den Ausfall der Start-Stop-Automatik sowie der Auto-Hold-Funktion. Mitunter kam es vor, dass die Verkehrszeichenerkennung falsche Informationen lieferte (zum Beispiel Tempo 100 in der 30er-Zone).
TÜV & ADAC
Laut dem TÜV-Report fallen den Prüfern die Bremsen und Beleuchtung öfter ins Auge. In der ADAC-Pannenstatistik sind die Zulassungsjahre 2019 und 2018 im Mittelfeld gelandet, danach wurde es besser.
Rückrufe
Der Ford Focus MK4 wurde mehrmals zurückgerufen. Im Folgenden werden alle Rückrufaktionen aufgeführt, die eine Vielzahl an Fahrzeugen betreffen:
- Eine mangelhafte Gelenkschraube am Bremspedal kann bei Modellen aus dem Produktionszeitraum 19. Oktober bis 8. Dezember 2018 brechen und zu einer verminderten Bremsleistung führen.
- Bei den Kombi-Modellen „Turnier“ aus dem Produktionszeitraum 23. März 2018 bis 21. Januar 2019 kann es passieren, dass die hinteren Türen sich beim Absenken des Fensters von selbst öffnen.
- Der Motorkabelstrang kann wegen eines Bolzen am Getriebegehäuse beschädigt werden, wodurch es zum Absterben des Motors kommen kann. Betroffen sind Modelle aus dem Produktionszeitraum 21. März 2018 bis 7. März 2019. Selbiges betrifft den Zweiliter-Diesel mit Automatikgetriebe aus dem Produktionszeitraum 31. Juli 2019 bis 4. März 2020, mit dem Unterschied, dass der Schaden durch eine Verschiebung des Kabelstrangs entstehen konnte.
- Laut dem KBA kann eine Kontaktstörung im Stromverteilerkasten bei Modellen aus dem Produktionszeitraum 14. Oktober bis 20. Oktober 2020 den Ausfall von Nebenverbrauchern, Tagfahrleuchten und Störungen einzelner Kontrollleuchten verursachen.
- Bei Modellen, die zwischen dem 14. Januar und 28. Januar 2020 vom Band gelaufen sind, kann es zum Ausfall des Bremskraftverstärkers kommen.
- Rückruf für alle Dieselmodelle aufgrund defekter Dieselpartikelfilter (siehe oben).
- Laut dem KBA können Fehlfunktionen in der Telematik-Steuereinheit zum Ausfall des e-Call-Systems und anderen, reinen Komfort-Funktionen führen. Abhilfe schafft ein Software-Update. Betroffen sind Modelle, die bis zum 15. Oktober 2024 hergestellt wurden.
- Bei Modellen aus dem Produktionszeitraum 8. Januar 2020 bis 14. April 2025 kann die Rückfahrkamera einfrieren.
- Wegen eines fehlerhaften Motorölabscheiders kann es zum Austritt von Motoröl kommen. Es besteht Brandgefahr. Betroffen sind Focus-Modelle aus dem Produktionszeitraum 6. August 2021 bis 11. Februar 2022.
- Dem KBA zufolge kann eine fehlerhafte Ausrichtung von Bohrungen im Kugelgelenkarm des vorderen Achsschenkels zum Versagen des Gelenks mit Verlust der Lenkkontrolle am betroffenen Rad führen. Betroffen sind Focus-Modelle aus 2022.
- Modelle aus dem Produktionszeitraum 5. Dezember 2023 bis 13. Juni 2024 kann es Probleme mit der Beifahrer-Gurtwarnung geben.
- Eine unvollständige Vernietung des hinteren Gurtschlosses kann zur Beeinträchtigung der Rückhaltewirkung führen. Betroffen sind Focus-Modelle aus 2023.
Tipp: Über die Rückrufaktionen kann man sich beim KBA oder ADAC im Detail informieren, dazu lässt sich mithilfe der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) ermitteln, ob das in Frage kommende Modell von Rückrufen betroffen ist und welche Aktionen bereits durchgeführt worden sind.
Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt
Preislich geht es in den Gebrauchtwagenbörsen bei rund 5.000 Euro los. Wer nach einem Modell nach dem Facelift mit maximal 100.000 Kilometern sucht, muss mindestens 11.500 Euro einplanen (Stand: August 2026).
Unser Tipp: 1.5 EcoBoost mit Schaltgetriebe
Der Ford Focus MK4 hatte zu Beginn mit Elektronikproblemen zu kämpfen. Im Rahmen von Service- und Rückrufaktionen wurden die Probleme bei den meisten Fahrzeugen vermutlich schon behoben. Abgesehen davon ist der Focus zur Bestform gereift, wenngleich nicht jede Motor-Getriebe-Kombination ein Hit ist. Bei den Benzinern kann man mittlerweile zu allen Varianten greifen – wer sich dagegen für den Diesel interessiert, hat deutlich mehr zu beachten.
Für unsere Recherche durchforsten wir das gesamte Netz, vergleichen Informationen und werten sie nach bestem Wissen und Gewissen aus. Wo möglich, lassen wir auch unsere eigenen Erfahrungen mit dem jeweiligen Modell einfließen. Sollte uns ein Fehler unterlaufen, kannst du uns gerne kontaktieren.






