Letzter Hecktriebler: Wie zuverlässig ist der BMW 1er F20?
Die zweite Generation des BMW 1er (F20/F21) wurde zwischen 2011 und 2019 produziert und positioniert sich im BMW-Portfolio unter dem 3er. Im Januar 2015 gab es ein Facelift, das umfangreiche optische Änderungen und eine frische Motorenpalette mit sich brachte. Nachfolger ist der F40, Vorgänger der E87.

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Probleme beim Benziner
Mit der Einführung des F20 wurde die gesamte Ottomotoren-Palette grundlegend modernisiert. Zum Einsatz kamen zunächst Vierzylinder-Motoren der Baureihe N13, die in Zusammenarbeit mit PSA (Peugeot) entwickelt wurde. Zwar erwies sich die Steuerkette hier als deutlich standfester als beim Vorgänger, blieb jedoch weiterhin eine Schwachstelle. Neben der Kettenproblematik sollte man zudem auf die VANOS-Magnetventile sowie potenziellen Kühlmittelverlust achten.

Bild: © Gebrauchtwagenberater.de
Nachfolger ist der Dreizylinder-Motor B38. Grundsätzlich handelt es sich um ein solides Triebwerk, Vorsicht ist jedoch bei frühen Modellen mit manuellem Schaltgetriebe (bis April 2015) geboten: Hier führten fehlerhafte Kurbelwellen-Axiallager vereinzelt zu kapitalen Motorschäden. Spätere Jahrgänge gelten als unbedenklich.
Im 125i wurden Zweiliter-Motoren der Baureihen N20 und B48 verbaut (letzterer auch im 120i). Beim N20 gab es bis Januar 2015 vermehrt Fälle gelängter Steuerketten, außerdem erlitt die Ölpumpe öfter einen Defekt. Im Vergleich hierzu ist der B48 relativ unauffällig, hat aber gelegentlich mit Kühlmittelverlust zu kämpfen.
| Motor / Baujahr | Urteil |
| 114i, 116i, 118i, 120i (N13) | Steuerketten-Probleme, nur mit lückenloser Historie |
| 120i, 125i (N20) | Steuerketten-Probleme, nur mit lückenloser Historie |
| 116i, 118i (B38, ab 2015) | Kurbelwellen-Lager (bis 04/2015), sonst sehr robust |
| 120i, 125i (B48, ab Ende 2016) | Sehr unauffällig, vereinzelt Kühlmittelverlust |
| M140i (B58) | Praktisch keine Schwächen |
Bei den Sechszylinder-Modellen M135i (N55) und M140i (B58) ist auf Ölverlust im Bereich der Ventildeckeldichtung zu achten, die mit zunehmendem Alter porös wird. Symptome hierfür sind der Geruch von verbranntem Öl sowie ölige Zündkerzen.
Zusätzlich zur Ventildeckeldichtung können beim N55-Motor auch Defekte an der Kurbelgehäuseentlüftung (KGE) sowie am Ölfiltergehäuse für Ölverlust verantwortlich sein. Eine weitere bekannte Schwachstelle betrifft die elektrische Wasserpumpe, die öfter schon nach rund 150.000 km den Geist aufgibt.
Probleme beim Diesel
Die Diesel-Palette reicht vom 116d mit dem Dreizylinder B37 bis hin zu den kraftvollen Vierzylindern im 118d, 120d und 125d.
Der altgediente Vierzylinder N47 wurde schon im Vorgänger eingesetzt und machte nicht nur als Preisträger, sondern vor allem auch als Problemmotor Schlagzeilen. Grund hierfür sind zahlreiche Motorschäden, die auf eine gelängte bzw. gerissene Steuerkette zurückzuführen sind.
Zwar wurde ab circa 2014 nachgebessert, jedoch konnte der N47 sein schlechtes Image nie vollständig ablegen. Mit dem Nachfolger B47 sollte schließlich alles besser werden, und tatsächlich scheint BMW aus der Vergangenheit gelernt zu haben: Seit der Markteinführung 2014 glänzt das Triebwerk durch Zuverlässigkeit.
| Motor / Baujahr | Urteil |
| 118d, 120d, 125d (N47, ab 2014) | Verbesserte Steuerkette (trotzdem aufpassen) |
| 116d (B37) | Sparsam und technisch solide |
| 118d, 120d, 125d (B47, ab 2015) | Beste Diesel-Wahl, sehr zuverlässig |
| 118d, 120d, 125d (N47, bis 2014) | Nur bei bereits getauschter Steuerkette ratsam |
Unabhängig von der Motorisierung ist auf die typischen Diesel-Schwachpunkte zu achten, die vor allem bei hohen Laufleistungen oder extremem Kurzstreckenverkehr zum Vorschein kommen. Hierzu zählen insbesondere:
Rußbildung an den Injektoren kann vor allem bei Diesel-Fahrzeugen zu kostspieligen Reparaturen führen. Um diese zumindest hinauszuzögern, empfiehlt sich vorbeugend der Einsatz von reinigenden Kraftstoff-Additiven, die in regelmäßigen Abständen beim Tanken hinzugegeben werden. Außerdem kann es helfen, gelegentlich besseren Kraftstoff zu tanken, der bereits reinigende Additive enthält (z.B. Aral Ultimate, Shell V-Power Diesel).
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Ausblick auf das Automatikgetriebe
Die achtstufige Wandlerautomatik von ZF ist zuverlässig. Damit es auch so bleibt, wird in einschlägigen Foren als vorbeugende Maßnahme fast immer empfohlen, regelmäßig das Getriebeöl zu wechseln. Bei der Frage, wann und wie oft gewechselt werden sollte, gehen die Meinungen aber auseinander. Bei unserer Recherche war von 60.000 bis 150.000 Kilometer alles dabei. Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein Ölwechsel oder sogar eine Getriebespülung spätestens dann notwendig wird, wenn die Automatik nicht mehr sauber schaltet.
Laut ZF muss das Getriebeöl nicht gewechselt werden. Das gilt aber nur unter optimalen Bedingungen. Wann ein Ölwechsel oder sogar eine Getriebespülung sinnvoll sein könnte, erklärt der Hersteller in diesem FAQ.
Sonstige Schwachstellen
- Probleme mit der elektronischen Servolenkung (EPS) sind beim F20 keine Seltenheit. Symptome wie Schwergängigkeit oder eine ungewöhnliche Geräuschentwicklung beim Einlenken sollten ernst genommen werden. In den meisten Fällen muss das gesamte Lenkgetriebe ersetzt werden.
- Wer sich für einen F20 mit adaptivem Fahrwerk entscheidet, sollte die potenziellen Folgekosten im Blick haben. Die aufwendige Technik ist im Falle eines Defekts kostspielig, weshalb unbedingt ein Puffer für spätere Reparaturen einkalkuliert werden sollte.
- Vereinzelt hat sich Rost an der Heckklappe gebildet – betroffen sind insbesondere 1er bis Baujahr 2012. Weiterhin ist das Gebläse relativ laut und fängt bei voller Leistung an zu brummen.
TÜV & ADAC
Dem TÜV-Report zufolge landet der BMW 1er F20 eher im Mittelfeld. Auffällig sind vor allem Schwächen bei der Beleuchtung und der Feststellbremse. Besser sieht es in der ADAC-Pannenstatistik aus: Hier überzeugt der Kompakte gewohnt zuverlässig. Einziger Wermutstropfen bei frühen Baujahren bis 2014 ist das fehleranfällige Reifendruckkontrollsystem.
Rückrufe
Der BMW 1er E87 wurde mehrmals zurückgerufen. Im Folgenden führen wir alle Rückrufaktionen auf, die eine Vielzahl an Fahrzeugen betreffen:
- Bei 1er-Modellen aus dem Produktionszeitraum Juli 2011 bis Mai 2015 kann es passieren, dass Aluminiumschrauben korrodieren und dadurch sich der Elektromotor am Servolenkungsgetriebe löst. Dies führt zum Verlust der Lenkunterstützung.
- Eine durch fehlerhafte Nockenwellen ausgelöste Mangelschmierung der Vakuumpumpe kann dazu führen, dass beim 125i aus dem Produktionszeitraum Juni 2012 bis August 2013 der Bremskraftverstärker ausfällt.
- Laut dem KBA kann ein Fehler im Gasgenerator des Fahrerairbags bei der Airbagauslösung zu einer unkontrollierten Entfaltung und zum Lösen von Metallfragmenten führen. Betroffen sind die Baujahre 2012 bis 2015.
- Aufgrund einer fehlerhaften Nickelbeschichtung innerhalb der Kraftstoffpumpe kann es zu Verunreinigungen kommen, wodurch die Kraftstoffzufuhr zum Motor gestört werden kann und der Motor während der Fahrt ausgeht. Betroffen sind F20-Modelle aus dem Produktionszeitraum Juni 2012 bis April 2014.
- Bei Modellen aus dem Produktionszeitraum Oktober 2018 bis Januar 2019 können sich die Heckleuchten lösen.
Tipp: Über die Rückrufaktionen kann man sich beim KBA oder ADAC im Detail informieren. Dazu lässt sich mithilfe der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) ermitteln, ob das in Frage kommende Modell von Rückrufen betroffen ist und welche Aktionen bereits durchgeführt worden sind.
Situation auf dem Gebrauchtwagenmarkt
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der F20 inzwischen zu attraktiven Preisen zu finden. In den gängigen Börsen starten die Angebote bei rund 3.000 Euro, wobei es sich dabei meist um ältere Modelle mit hohen Kilometerständen handelt. Wer ein jüngeres Facelift-Modell mit geringer Laufleistung und gepflegtem Scheckheft sucht, muss mindestens 11.000 Euro einplanen. Für eine gehobene Ausstattung oder ein Automatikgetriebe kommen zusätzlich 2.000 bis 3.000 Euro obendrauf. Häufigster Vertreter ist der 118i mit Schaltgetriebe (Stand: April 2026).
Unser Tipp: F20 nach dem Facelift
Im Vergleich zum Vorgänger punktet der F20 mit einer besseren Verarbeitung und deutlich mehr Ausstattung. Ab dem Facelift wurde es um das Dauerthema Steuerkette zwar merklich ruhiger, aber nicht ganz still – wer auf Nummer sicher gehen will, greift daher lieber zu einem Modell ab Baujahr 2016.
- Kompatibel mit BMW 1er F20 F21 (alle Modelle) ab Bj.2011 bis Heute, inklusive je 2 Klettbefestigungen an den vorderen Matten.
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