KompaktklasseMercedes-BenzVan

Mercedes B-Klasse T245 – Typische Probleme & Schwachstellen


Die Mercedes-Benz B-Klasse T245 (bzw. W245) ist ein von 2005 bis 2011 hergestellter Kompaktvan, der sich im Daimler-Portfolio zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts zwischen der A-Klasse und der R-Klasse positionierte. Die Modellpflege erfolgte 2008, in deren Rahmen kosmetische Änderungen an der Front durchgeführt wurden. Weiterhin wurden die Modelle B 150 und B 170 mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet.

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Solide Benziner

Die Palette an Benzinmotoren reicht von einem 1,5-Liter mit 95 PS (B 150, später B 160), über den 1,6-Liter mit 116 PS (B 170, später B 180) bis hin zum 136 PS bzw. 193 PS starken Zweiliter-Vierzylinder (B200, B 200 Turbo).

Alle Triebwerke gehören zur Baureihe M266, die im Gegensatz zu den Längsmotoren der höheren Klassen einen guten Ruf genießen. Typische Probleme mit der Steuerkette oder den Nockenwellenverstellern, wie sie z.B. bei der C-Klasse W204 Gang und Gäbe waren, bleiben hier fern. Nichtsdestotrotz sollte regelmäßige Wartung für den Käufer kein Fremdwort sein, da der M266 für größere Reparaturen abgesenkt werden muss, was unter Umständen richtig teuer werden kann.

Solide Diesel

Außerdem steht ein Zweiliter-Diesel mit 109 PS (B 180 CDI) oder 140 PS (B 200 CDI) zur Auswahl. Bei beiden Varianten handelt es sich um ein und denselben Motor der Baureihe OM640, der abgesehen von gelegentlichen Ausfällen des Zweimassenschwungrads und verstopften AGR-Ventilen für keine größeren Probleme bekannt ist.

Dafür ist der OM640 vom Daimler-Abgasskandal betroffen (Baujahre 2008 bis einschließlich 2011). Im Rahmen des mit dem Rückruf verbundenen Werkstattaufenthaltes wird ein Softwareupdate installiert, mit dem die illegale Abschaltvorrichtung beseitigt wird. Vor dem Kauf ist in Erfahrung zu bringen, ob der Vorbesitzer das Update bereits durchführen lassen hat. Falls nicht, sollte dies unbedingt nachgeholt werden, da sonst das Fahrzeug stillgelegt werden könnte.

Bei hohen Laufleistungen sollte außerdem auf die typischen Schwachstellen eines Diesels geachtet werden, die unabhängig vom Hersteller irgendwann zum Tragen kommen. Hierzu zählen insbesondere:

Probleme mit dem Automatikgetriebe

Neben einem herkömmlichen 6-Gang-Schaltgetriebe wurde für den T245 ein Automatikgetriebe unter der Bezeichnung Autotronic angeboten. Hierbei handelt es sich nicht um eine klassische Wandlerautomatik, wie man sie z.B. aus der E-Klasse kennt, sondern um eine stufenlose Automatik (bzw. CVT-Getriebe).

Leider ist die Autotronic anfällig für eine Reihe von Defekten, die mitunter sogar einen Getriebeschaden zur Folge haben können. Typische Schwachpunkte sind hier die Drehzahlsensoren und das Steuergerät, zudem kann das Schubgliederband einem vorzeitigen Verschleiß unterliegen. Eine Reparatur lohnt sich dabei nur selten, da sie in den meisten Fällen mit enormen Kosten verbunden ist.

Wer dennoch nicht zum Handschalter greifen will, sollte zumindest darauf achten, dass der Verkäufer eine lückenlose Servicehistorie vorlegen kann. Zudem empfiehlt sich ein Getriebeölwechsel alle 50.000 – 60.000 km.

Sonstige Schwachstellen

T245-Modelle, die vor dem Facelift vom Band liefen, haben öfter mit Rost zu kämpfen. Dieser bildet sich gern an den Türfalzen, auch die Heckklappe bleibt nicht verschont. Berichtet wird auch von defekten Anlassern, die bei warmen Temperaturen ihren Dienst quittieren und der Motor ausbleibt.

Weiterhin neigt das zentrale Display im Kombiinstrument bei Hitze dazu, nur sehr schwach zu leuchten bzw. geht dann sogar komplett aus. Derweil gehört das optionale Lamellendach zu den weniger soliden Konstruktionen aus dem Hause Daimler: Entweder erleidet es einen Defekt und lässt sich nicht mehr öffnen oder wird einfach undicht.

Eine weitere bekannte Schwachstelle, die auch im W203 vorkommt, sind defekte Türschlösser. Beim Abschließen der Türen geht der Pin nicht nach unten (oder hoch) und verursacht ein lautes Rasseln. Hierfür gibt es allerdings Reparatursets, mit denen das Problem kostengünstig behoben werden kann.

Bild: M 93, Attribution, via Wikimedia Commons

TÜV & ADAC

Laut dem TÜV-Report werden in der Hauptuntersuchung öfter die Fahrwerksfedern, Antriebswellen und Lenkgelenke bemängelt. Die Rücklichter, Scheinwerfer und Blinker geraten ebenfalls in Kritik. Weiterhin neigen die Bremsleitungen zum Gammeln.

In der ADAC-Pannenstatistik belegte der T245 seiner Zeit die vorderen Plätze. Zu den ermittelten Pannenschwerpunkten gehörten das Automatikgetriebe, Störungen im Motormanagement, defekte AGR-Ventile und Tankgeber.

Rückrufe

Der Mercedes-Benz T245 wurde mehrmals zurückgerufen. Im Folgenden werden alle Rückrufaktionen aufgeführt, die eine Vielzahl an Fahrzeugen betreffen:

  • Bei Modellen aus dem Produktionszeitraum 7. bis 13. August 2008 wurden unter Umständen mangelhafte Gurtschlösser verbaut. Im Rahmen des Werkstattaufenthaltes werden die Gurtschlösser geprüft und ggf. getauscht.
  • Dieselmodelle der Baujahre 2008 bis einschließlich 2011 sind vom Daimler-Abgasskandal betroffen (siehe oben).
  • Laut dem KBA kann ein mangel in der Tankentlüftungsleitung zum Austritt von Kraftstoff führen. Betroffen sind Modelle, die 2010 vom Band gelaufen sind.

Tipp: Über die Rückrufaktionen kann man sich beim KBA oder ADAC im Detail informieren. Dazu lässt sich mithilfe der Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) ermitteln, ob das in Frage kommende Modell von Rückrufen betroffen ist und welche Aktionen bereits durchgeführt worden sind.

Bild: OSX, Public domain, via Wikimedia Commons

Unser Tipp: Facelift-Modell mit Schaltgetriebe

Die erste Generation der Mercedes B-Klasse schlägt sich auch im fortgeschrittenen Alter erstaunlich gut: Die Motoren sind bombenfest, in der Hauptuntersuchung brennt kaum was an und in der ADAC-Pannenstatistik landete der T245 regelmäßig im grünen Bereich. Vom Automatikgetriebe kann aber nur abgeraten werden, da dieses für diverse Probleme bekannt ist. Empfehlenswert sind Modelle ab dem Facelift, die einen Großteil der Kinderkrankheiten bereits hinter sich haben und dazu frei von Rost sind.

Preislich geht es in den gängigen Gebrauchtwagenbörsen bei knapp 2.000 Euro los, Facelift-Modelle mit bis zu 150.000 km auf der Uhr kosten mindestens 6.000 Euro. Verfügbar sind größtenteils Benziner, von denen knapp die Hälfte die Automatik mit an Bord hat (Stand: Dezember 2022).

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Beitragsbild: Dan Congdon auf Unsplash

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